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Braucht man die Amerikaner, um gutes Bier zu brauen? Es geht einem deutschen Braumeister gegen den Strich, das auch nur anzudenken. Und doch haben sich vor einem Vierteljahrhundert ein paar Dutzend deutsche Brauer dem visionären Marketingberater Rüdiger Ruoss zu einer Tour in die USA angeschlossen. »Der Super-Premium-Biermarkt ist da«, hatte Ruoss verkündet. Aber was die Deutschen zu sehen bekamen, waren höchst einfach konstruierte Brauanlagen und ebenso einfach gebraute obergärige Biere. Sie kosteten sich tapfer durch das angebotene Porter von Pike Brewing in Seattle und das Pale Ale von Sierra Nevada in Chico, sie probierten das Russian Imperial Stout bei Full Sail in Hood River und das IPA von Bridgeport in Portland. Allesamt interessante Biere – aber, so die damals ziemlich einhellige Meinung: nichts für Deutschland. Hier gibt es doch ohnehin die beste Auswahl an Bieren, die meisten Brauereien und natürlich über allem die Segnungen des Reinheitsgebots.
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