Longines »Master Collection Annual Calendar«. Preis: 1960 Euro.

Die Demokratisierung des Jahreskalenders

Alexander Linz, 20.07.2018

Die »Master Collection Annual Calendar« von Longines macht das möglich! Einst als kleine Komplikation deutlich unterhalb eines ewigen Kalendariums positioniert, kann ein Jahreskalender ab sofort gekauft werden.

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Im Zeitalter von Smartwatch & Co. fragt man sich: Braucht man noch eine mechanische Armbanduhr? Nun, wir meinen unbedingt sogar! Die gewissermaßen antiquierte Technologie ist extrem zuverlässig. Der kleine Motor – das Uhrwerk – leistet ca. 1/10.000 PS und er läuft jahrelang, tausende von Kilometern ohne jeglichen Bedarf an Service. Ultrapräzise ist er obendrein: Ein Tag besteht aus 86.400 Sekunden. Wenn eine Armbanduhr eine Gangabweichung von beispielsweise fünf Sekunden am Tag aufweist, und das ist schon recht viel, da die Mehrheit moderner Uhrwerke heute deutlich darunter liegt, so erreicht sie eine Präzision von annähernd 100 Prozent, nämlich 99,999942 Prozent. Faszinierend auch was heute alles am Handgelenk mit Hilfe einer Armbanduhr dargestellt werden kann. Ein Jahr lang keine Veränderungen an der Datumsanzeige vornehmen müssen? Kein Problem! Patek Philippe gilt als der Wegbereiter des Jahreskalenders. Bereits im Jahre 1996 stellt die Genfer Manufaktur ihr erstes Modell vor. Die Armbanduhr mit Wochentags-, Monats- und Datumsanzeige muss nur noch einmal jährlich beim Datumswechsel von Februar zu März händisch korrigiert werden. Der Mechanismus berücksichtigt die unterschiedlich langen Monate mit 30 und 31 Tagen automatisch und zeigt somit stets das korrekte Datum. Die entwickelte Werksarchitektur ermöglicht es Patek Philippe den Jahreskalender deutlich günstiger anzubieten als ein Ewiges Kalendarium der Manufaktur. Das gilt auch heute noch. Zwei vergleichbare Modelle von Patek Philippe im Rotgoldgehäuse kosten in der Ausführung als Jahreskalender (Ref. »5146«) rund 36.000 Euro und in der Ausführung als Ewiger Kalender (Ref. »5327«) rund 77.000 Euro. Der Jahreskalender gilt seither als eine so bezeichnete kleine Komplikation neben den großen Komplikationen wie dem Ewigen Kalendarium. Viele andere Hersteller haben die Idee von Patek Philippe erfolgreich kopiert und über die Jahre ihre Jahreskalender preislich deutlich unter einem Ewigen Kalendarium positioniert. Teuer sind diese Mechanismen deshalb mitunter immer noch.

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