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Würzburg, welch eine würdevolle Stadt! Die von Balthasar Neumann entworfene, ab 1720 erbaute Residenz bezaubert nicht nur mit ihrer hellen, großzügigen Architektur, mit ihren Fresken, mit Hofkirche und Hofgarten – sondern auch mit 4500 Quadratmeter messenden Kellern, die bereits bei der Beauftragung des Bauwerks für jenen Zweck vorgesehen waren, dem sie auch heute noch dienen: den Wein. Die Feste Marienberg thront hoch über der Stadt und überblickt auf ihrer Anhöhe jenen Weinberg, der dem Weinbau-Chronisten Johann Philipp Bronner am Beginn des 19. Jahrhunderts als der beste Würzburgs galt: die Leiste. Der Main durchfließt die Stadt mit elegantem Schwung – geradezu, als sei er sich der Bedeutung dieses Orts bewusst. Und auf der (autofreien) Alten Mainbrücke trifft man bei jedem halbwegs tauglichem Wetter fröhliche Menschentrauben an, die mit einem Bocksbeutel auf einem Mäuerchen sitzen und sich bei einem Glas Wein unterhalten. Nur ein paar Hundert Meter weiter am Mainufer erhebt sich mit der Lage Stein ein Wein-Monument, das nicht nur für Johann Wolfgang von Goethe ein önologischer Sehnsuchtsort war. Frankens Kapitale ist so begeisternd in ihrer barocken Pracht, so dominant in ihrer touristischen Attraktion, so prall lebensfreudig und echt, dass man in einer Einführung in den Frankenwein nicht anders kann, als sie an die erste Stelle zu setzen. Aber gerade weil sie so einnehmend ist, sollte man den Blick auch darauf lenken, dass der Frankenwein viele weitere Gesichter hat.
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