»German World Cuisine«: Verschläft Deutschland sein kulinarisches Potenzial?

Hannes Finkbeiner, 05.09.2025

Nirgendwo sonst in Europa geben Menschen so wenig für Lebensmittel aus wie in Deutschland, dessen Bewohner nicht gerade als Genuss-Experten gelten. Dabei ist das Land durch den Multikulturalismus auch in der Kulinarik einzigartig. Ein Ehrenrettungsversuch.

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Ja, ja, die Deutschen sind Kostverächter und Genussverweigerer, ihre Lieblingsgerichte sind Viel und Billig. Deutsche bestellen Dönertaschen »ohne scharf«, stehen aber Migration und Migranten mit Grammatikproblemen kritisch gegenüber. Und deutsche Feinschmecker? Sprechen selten laut über ihr Faible – oder entschuldigen sich im Gespräch augenzwinkernd für ihr Manko. Genuss ist dem Deutschen so suspekt und bodenständiges Essen eine so urdeutsche Tugend, dass man sogar Emmanuel Macron auf Staatsbesuch mit Matjesbrötchen fütterte. Als es Kanzlerkandidat Martin Schulz vor Jahren wagte, in einem Restaurant in Brüssel Foie gras zu bestellen, hätte er seine Ambitionen gleich in Sauternes ersäufen können.

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