Burgunder-Experten in der Südpfalz: Gunter Keßler und Sohn Friedrich.

Grauburgunder: Pfälzer Barock

Ulrich Sautter, 20.03.2018

Pinot Grigio war gestern: Deutscher Grauburgunder boomt. Jetzt avanciert der üppige Weiße sogar zum
Steckenpferd der Pfälzer.

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Florian Werner vom Weingut Münzberg versenkt den Probenheber im Spund eines Stückfasses und holt ihn gefüllt wieder zurück ans Licht. Hellgolden fließt der Wein ins Glas. Schaut man genau hin, lässt sich auch ein kupferfarbener Schimmer ausmachen. »Schneckenberg Grauburgunder, Jahrgang 2017, noch auf der Hefe.« Der Jahrgangsvorgänger desselben Weins hatte am Vormittag desselben Tages die Falstaff-Blindprobe für sich entschieden: »konzentriert stoffig«, so der Kommentar der Jury, »aromatisch«, »packend«, »lang«. Der 2017er schmeckt genauso gut und zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der Anwesenden: »Die Burgundersorten sind unsere Kompetenz hier beim Weingut Münzberg«, fügt Außenbetriebsleiter Nico Keßler an. »Die passen einfach zu unseren schweren Kalkböden. Doch der Grauburgunder war früher immer etwas der Exot, weil er mit Restsüße ausgebaut wurde. Erst vor ein paar Jahren haben wir einen Schnitt gemacht und bauen ihn jetzt als richtigen Burgunder aus, trocken und im Fass.«

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