Anfang der Sechzigerjahre haben die Jülgs das Gebäude des ehemaligen bayerischen Forstamts in Schweigen-Rechtenbach bezogen. Neben dem Weingut befindet sich ihre urige Weinstube mit großem Garten.

Johannes Jülg: finessenreicher Jungstar mit Gespür

Axel Biesler, 10.11.2016

Portrait: Der Winzer aus Rheinland-Pfalz hat ein Faible für Pinot Noir und mischt den Familienbetrieb mit seiner Expertise auf.

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Wo auf der Speisekarte »Rippchen warm mit Kraut« zu lesen ist, liegen sich später Fleisch und Kraut als zwei gleichstarke Fronten gegenüber. Die Ankündigung darf also unbedingt wörtlich verstanden werden. Ein handgeschnitztes Tomatenröschen auf Salatblatt oder ein Stängel krauser Petersilie als grünes Bäumchen, und das Gericht wäre nicht mehr wortgenau wiedergegeben. In der Weinstube Jülg kommt nur das zur Sprache, was später in tadelloser Qualität schnörkellos serviert wird. Das wird auch in Zukunft so sein, denn mit ihrer 80-jährigen Lebenserfahrung hat Oma Jülg nicht nur etwas Bleibendes geschaffen, sondern kümmert sich nach wie vor mit der Unterstützung ihrer Schwiegertochter um die Küche, ist Teil einer Beständigkeit in Schweigen-Rechtenbach, ihrer Heimat.

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