Gustav Klimts und sein letztes Atelier in Wien Hietzing (r.)

Gustav Klimt: »Komme äußerst hungrig und bitte um ein feines Nachtmahl«

Judith Hecht, 23.08.2023

Die Sommermonate verbrachte der Künstler nicht im heißen Wien, sondern auf dem Land. Vor allem am Attersee fühlte er sich wohl. Hier malte er, schwamm, ruderte – und flirtete. Und nebenbei versuchte er auch noch, ein paar Kilo zu verlieren.

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Gustav Klimt liebte Wien, aber nicht im Sommer. Da zog es ihn immer wieder an den Attersee. »Es ist entsetzlich scheußlich hier in Wien, alles verdorrt, heiß, greulich, dazu die viele Arbeit, der ›Rummel‹ – ich sehne mich hinaus wie noch nie – hoffe bestimmt längstens Samstag früh bei Euch zu sein«, schrieb er an seine Lebensliebe Emilie Flöge im Jahr 1901. Seit vielen Jahren schon verbrachte er die Sommerurlaube mit Emilie und ihrer Familie. Nach Fieberbrunn, St. Agatha und Golling entschloss sich die Gesellschaft 1900 erstmals, an den Attersee zu fahren. Von da an blieb man dem türkisgrünen See im Salzkammergut treu. Die Vielfalt der Landschaft, die Berge, Wiesen, Wälder und üppigen Blumengärten inspirierten den Naturburschen Klimt ungemein. So wurde der Attersee für Klimt, was Giverny für Claude Monet, die Provence für Paul Cézanne und Krumau für Egon Schiele war: eine Oase der Lebensfreude, des Genusses, der Geselligkeit und Schaffenskraft.

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