Neuer Name, neuer Chef: Yannic Stockhausen kocht im Berliner »Cordo«.

Restaurant der Woche: Cordo

Philipp Elsbrock, 25.02.2019

Aus der Berliner »Cordobar« wurde das »Cordo« – ein Restaurant mit gewohnt lässigem Ton und Yannic Stockhausen in der Küche.

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Es gibt kaum jemanden aus der Gourmet- und Weinszene, der nie die österreichisch-deutsche »Cordobar« in Berlin-Mitte besucht hat. Die langen Abende in der einst angesagtesten Weinbar der Stadt waren legendär, zumindest für diejenigen, die nicht nebenan wohnten. Konstanter Ärger mit Nachbarn sowie Personalwechsel in Küche und Service bewogen das Inhaber-Team um Chris­tof Ellinghaus und Gerhard Retter dazu, das Konzept umzubauen. So ist aus der »Cordobar« das »Cordo« geworden, aus Weinbar wurde Restaurant. Die Weinkarte ist geschrumpft, auf den Toiletten kommentiert nicht mehr Edi Finger, und statt dunkler Tische dominieren nun helle, cremefarbene Töne den Raum. Insgesamt wirkt alles ein wenig seriöser – nicht zu verwechseln mit Biederkeit: Als Besteck­halter fungieren Opiumpfeifen, der Ton des Service bleibt gewohnt lässig, und auch das achtgängige Menü (111 Euro) zeichnet Unkonventionalität und Ideenreichtum aus. Verantwortlich dafür ist Yannic Stockhausen, ein exzellent ausgebildetes Toptalent. Gut abgestimmte Saucen, die stets am Tisch angegossen werden, begleiten die Gerichte. Zu sehen etwa am Lachs, der mit sämiger Schwarzbier-Hollandaise serviert wird, dazu Makrelenhonig und Speck sowie fermentierte Navetten – erstklassig. Ein hochfeines Gemüse-Dessert mit Kopfsalat, Gurke und Passionsfrucht zeigt die Spannbreite von Stockhausen und seinem Team. Wenn es so weitergeht, macht das den Verlust der »Cordobar« nicht wett, aber zumindest erträglicher.

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