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Philipp Kuhn kann sich noch gut daran erinnern, wie er seine ersten Sauvignon-Blanc-Rebstöcke gepflanzt hat. Im Jahr 1993 war das – und sein Vater fragte verdutzt: »Was is des denn? Sowi… was? Des kann ich gar net ausspreche!« Doch da hatten die Stöcke bereits ihr Plätzchen gefunden im Dirmsteiner Mandelpfad – immerhin eine für große Gewächse klassifizierte Lage voller Kalk im Untergrund. »Damals musste das noch als Versuchsanbau laufen, tausend Stöcke durfte man maximal pflanzen, und die hatte ich mir aus einer Rebschule an der Loire kommen lassen.« Der Edelklon war Kuhn empfohlen worden, aber dann dauerte es erst mal zwei Jahre länger als üblich, bis sich Trauben an den Stöcken zeigten. »Den ersten Ertrag aus dem Jahrgang 1997 haben wir auf 0,375-Liter-Flaschen gefüllt, damit überhaupt ein paar Flaschen kommen.« Aus diesem inzwischen über zwanzig Jahre alten Weinberg stammt die Reserve, mit der sich Kuhn im Falstaff-Test weit vorn platzierte. Das Alter der Reben, der Boden, der Klon – alles passt. Einzig der Ertrag ist immer noch klein. »Da hängt nicht viel drin, höchstens vierzig Liter pro Ar. Kleine Trauben mit goldgelben Beerchen.« Mit der Vergärung und dem Ausbau in gebrauchten Burgunder-Piècen setzt Kuhn bei diesem Wein einen deutlich französischen Akzent, verstärkt durch den tief gehaltenen Restzucker. Bis auf 0,5 Gramm pro Liter ist der 2015er durchgegoren – so, wie es auch bei den Klassikern aus Sancerre und Pouilly-sur-Loire üblich ist.
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