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Täglich schlemmen und dafür lebenslang Medikamente nehmen, damit man nicht zu dick wird und das Herz gesund bleibt – ist das unsere Zukunft? Ursprünglich als Diabetesmedikament entwickelt, nützen bereits viele Patient:innen die GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid zur Gewichtsreduktion – Stichwort »Abnehmspritze«. Der Hype ist weltweit enorm. Aus medizinischer Sicht gehen die Erwartungen an diese Medikamentengruppe aber durch die neuesten Studien noch weit darüber hinaus, da sich bereits weitere Therapieindikationen wie zum Beispiel Schutz vor Herzinfarkten und Schlaganfall, aber auch positiver Einfluss auf Suchtverhalten wie Alkoholkonsum und Rauchen konkret abzeichnen. Aber ist die Aufbruchstimmung wirklich berechtigt und notwendig? Ja, denn Übergewicht ist das Rauchen des 21. Jahrhunderts. 2035 werden 51 Prozent der Weltbevölkerung, sprich vier Milliarden Menschen, übergewichtig sein, wir werden langsam zum fetten Planeten. In Österreich sind es derzeit ca. 1,3 Millionen. Was Sorgen macht? Noch nie gab es so viele übergewichtige Kinder im Kindergarten, in der Schule. Warum? Wir haben einerseits eine genetische Veranlagung. Anderseits aber leben wir in einem sogenannten adipogenen Umfeld, in einer Schokoladenfabrik. Es ist nahezu unmöglich, dem zu widerstehen. Die Kaloriendichte unserer Nahrung hat in den letzten 50 Jahren stetig zugenommen und die körperliche Bewegung ab. Kein Mensch entscheidet sich: »So, jetzt will ich mich dick fressen.« Das passiert meist schleichend. Ist ein bisschen mehr Fett aber wirklich so schlimm? Dabei geht es nicht um die Ästhetik – schaue ich gut aus, gefalle ich, entspreche ich den gesellschaftlichen Erwartungen? Für die gesundheitlichen Auswirkungen von exzessivem Fett ist es entscheidend, wo sich dieses im Körper ablagert. Sind Sie ein Apfel oder eine Birne? Von Äpfeln spricht man, wenn sich das Fett um und im Bauch sammelt. Nimmt es überhand, wird es gesundheitsgefährdend. Es bedeutet Verkürzung der gesunden Lebensjahre, häufiger Herzinfarkte, häufiger Schlaganfall, häufiger Diabetes, häufiger Krebs. Vor allem aber bedeutet es einen Verlust an Lebensjahren. Was gibt es Kostbareres? Die Folgen von Adipositas sind vergleichbar mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Nach dem ersten Jahr der Pandemie forderte Corona ungefähr 2,8 Millionen Tote. So viele Menschen sterben jedes Jahr auch infolge von Adipositas.
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