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Rezepte für den notwendigen Ausgleich gibt es viele. Aber keines ist meiner Erfahrung nach so wirksam wie das Wandern. Wandern bedeutet nicht nur Bewegung, sondern ist eine »Gegen-Bewegung« im besten Sinn. Sie schafft einen Ausgleich zur »Generation Highspeed«. Wandern folgt einem anderen Zeitmaß. Sein entschleunigter Rhythmus ermöglicht es, sich buchstäblich wieder zu »be-Sinnen«. Es taugt als Instrument zur Rückbesinnung – zum Entdecken und Erforschen. Man nähert sich Schritt für Schritt sich selbst und anderen Menschen, fremden Kulturen und faszinierenden Landschaften. Und das in einen Rhythmus, der dem Geist und Körper angemessen ist. Alle Sinne sind miteinbezogen: Das Sehen, Riechen, Fühlen, Hören, die Wahrnehmung des Raums, den man mit seinem Körper durchmisst. Das Gehen ermöglicht, wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Nirgends kann ich mir selbst intensiver begegnen als beim Alleinsein in den Bergen. Nirgends finde ich besser zu mir. Diese Tiefe der Erfahrung funktioniert aber auch in Gesellschaft. Beim Wandern entstehen fast immer besonders gute, intensive Gespräche.
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