Gourmet-Retreats als ganzheitliche Erfahrung

Melanie Gleinser-Moritzer, 30.09.2024

Was früher das Wellnessgericht auf dem Menüplan war, ist heute ausgeklügelte Wissenschaft: Immer mehr Hotels bieten besondere Ernährungspläne an, die uns helfen, auch in den Ferien auf unsere Gesundheit zu achten, ohne den Genuss zu vergessen. Im Sinne einer ganzheitlichen Erfahrung lautet das Motto dieser besonderen Retreats aber einheitlich: Nahrung für Körper und Geist!

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Man stelle sich vor, man komme in den ­außergewöhnlichen Genuss, mit den besten indischen Therapeut:innen und Köch:innen die ayurvedische Lebensweise zu praktizieren, und müsse dafür nicht einmal den Schengenraum verlassen. Ein herrlicher Gedanke, nicht wahr? Zumindest für alle jene, die ­reisemüde sind oder einfach höchste europäische Standards schätzen. Dies dachte sich auch Constantin Bjerke, als er sein Retreat »Datu«, zu Deutsch »Teile«, ins Leben rief, indem er einfach ­seine Lieblingsärzt:innen, Therapeut:innen und ­Köch:innen von Indien nach Europa transferierte. Um genauer zu sein: auf eine lichte Höhe, in ein pittoreskes, mittelalterliches Hoteldorf, im Nirgendwo zwischen Siena und Florenz. Dort haben nun Gäste zweimal jährlich ein paar Wochen die Möglichkeit, ihre Sinne zu entlasten, zu schulen oder ihnen eine neue Richtung zu geben. Ganzheitlich versteht sich. Die Idee von Bjerke, der selbst die Transformation von hektischem Businessalltag zu langfristiger Ausgeglichenheit schaffte, war es, ein Safe-Setting zu kreieren, um tiefer gehen zu können. Hier muss keine:r mit exotischen Umständen fremdeln, sondern kann sich auf all die positiven Effekte ayurvedischer Medizin verlassen: »Wir haben hier einen authentischen Rückzugsort für das Wohlbefinden kreiert, der das Beste der östlichen Weisheit mit dem westlichen Lebensstil verbindet.« Diesem Ruf folgen nicht nur Gäste, die eine Fernreise abschreckt, sondern auch Michelin-Sterne-Köche wie der Südafrikaner Jan Hendrik, der in der Heimat, aber auch in Frankreich, in seinem Restaurant »JAN« in Nizza, mit gefühlvollen Kreationen brilliert. Und so wird manchmal der Platz unter der ehrfürchtigen Zeder einfach zu ­einer Tafel umfunktioniert und plötzlich werden fünf Gänge auf Sterneniveau die steinernen Treppen hinaufgetragen. Gereicht im perfekten Service der gehobenen Gastronomie und mit einigen Überraschungen versehen. Denn auch wenn sich hier europäisches Fachwissen trifft, folgt man der strengen ayurvedischen Tradition und beginnt mit dem Süßen.

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