»Chic Summer Places«: Lago Maggiore
Teil 4 von »Chic Summer Places« führt an den Lago Maggiore, wo Villen, Grandhotels und üppige Gärten auf die Alpen treffen.
Der Lago Maggiore verbindet den Norden Italiens mit dem Schweizer Kanton Tessin. Besonders rund um Stresa, Verbania und die Borromäischen Inseln zeigt sich die lange Tradition als Sommerziel. Historische Palazzi, weitläufige Gärten und alte Grandhotels prägen das Ufer, ergänzt durch neue Häuser und Kulturadressen. Zudem trennen nur wenige Kilometer die Uferpromenaden von bewaldeten Höhen und Aussichtsgipfeln.
Ein Sommer zwischen See und Bergen
Isola Bella
Schon die Anfahrt über das Wasser zeigt, weshalb Isola Bella zu den bekanntesten Orten des Lago Maggiore zählt. Fast die gesamte Insel wird vom Palazzo Borromeo und seinem barocken Garten eingenommen. Im Inneren führen reich ausgestattete Räume, Kunstsammlungen und mit Steinen und Muscheln gestaltete Grotten durch mehrere Jahrhunderte Familiengeschichte. Zum See hin steigt der Garten über zehn Terrassen an. Balustraden, Statuen, Formschnitt und saisonale Bepflanzungen bestimmen das Bild. Zwischen den Beeten bewegen sich auch die weißen Pfauen, die längst zu einem Wahrzeichen der Insel geworden sind. Wer mit einem der ersten Boote übersetzt, erlebt die Anlage noch vor dem größten Besucher:innenandrang.
Mottarone
Als landschaftlicher Gegenpol zu den Uferorten erhebt sich der Mottarone zwischen Lago Maggiore und Ortasee. Der 1.492 Meter hohe Berg ist von Stresa aus über die Straße erreichbar. Bei klarer Sicht reicht das Panorama über mehrere Seen bis zum Monte-Rosa-Massiv und zu den Schweizer Alpen. Oben führen kurze Wege über offene Wiesen und felsige Abschnitte. Während am Ufer Palmen und dicht bewachsene Gärten das Bild bestimmen, zeigt sich wenige Kilometer weiter eine deutlich alpinere Landschaft. Der Ausflug eignet sich damit besonders für Sommertage, an denen die Temperaturen rund um den See steigen.
Villa Taranto
In Verbania entstand ab 1931 nach den Plänen des schottischen Offiziers Neil McEacharn eine Gartenanlage, die Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen am Lago Maggiore zusammenführt. Die Giardini Botanici di Villa Taranto erstrecken sich zwischen dem Seeufer und den bewaldeten Hängen oberhalb von Pallanza. Breite Achsen wechseln mit verschlungenen Wegen, Gewächshäusern und Wasserbecken. Im Sommer blühen in den Teichen tropische Seerosen, während alte Bäume weite Teile des Parks überschatten. Blickachsen und fließende Übergänge verbinden die botanische Vielfalt immer wieder mit der umgebenden Landschaft.
Residieren mit Stil
Grand Hotel des Iles Borromées
Direkt an der Uferpromenade von Stresa erinnert das Grand Hotel des Iles Borromées an jene Epoche, in der der Lago Maggiore zu den bevorzugten Sommerzielen der europäischen Gesellschaft gehörte. Das 1863 eröffnete Haus bewahrt diesen Charakter in seinen Salons, Treppenhäusern und klassisch eingerichteten Zimmern. Hinter dem historischen Erscheinungsbild ergänzt ein großzügiger Spa das Hotel. Durch die zentrale Lage lassen sich die Promenade, das Zentrum von Stresa und die Anlegestellen zu Fuß erreichen.
📍 Corso Umberto I, 67, 28838 Stresa (VB), Italien
Boutique Hotel Stresa
Das Boutique Hotel Stresa zeigt, wie sich die Hoteltradition des Ortes auch kleiner und zurückhaltender fortsetzen lässt. Eine historische Villa wurde restauriert und mit klar gestalteten Innenräumen verbunden. Durch die geringe Zahl an Zimmern und Suiten bleibt die Atmosphäre persönlicher als in den großen Häusern an der Promenade. Auf der Dachterrasse treffen helle Materialien und geradlinige Formen auf begrünte Bereiche und weite Ausblicke über den See.
📍 Corso Umberto I, 21, 28838 Stresa (VB), Italien
Villa e Palazzo Aminta
Etwas außerhalb des Zentrums liegt die Villa e Palazzo Aminta dem Wasser und den Borromäischen Inseln direkt gegenüber. Das Hotel befindet sich in einer Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert und setzt auf klassisch dekorierte Räume, intensive Farben und individuell gestaltete Suiten. Viele Zimmer richten sich zum See, während Terrassen und Gartenbereiche den Übergang nach draußen schaffen. Ein Spa und der Zugang zum Wasser erweitern das Haus zu einem Resort. Am Abend erscheinen die Inseln gegenüber als beleuchtete Silhouetten vor der Bergkulisse.
📍 Via Sempione Nord, 123, 28838 Stresa (VB), Italien
An einer steilen Felswand am östlichen Ufer liegt das Eremo di Santa Caterina del Sasso. Die ältesten Teile der pitoresken Klosteranlage stammen aus dem 13. und frühen 14. Jahrhundert. Die Anreise mit dem Boot ist empfehlenswert.
LIVING Insider Tipp
LIVING Insider Tipp
Genuss zwischen See und Bergen
La Rampolina
Oberhalb von Stresa richtet La Rampolina seine Terrasse zum Borromäischen Golf aus. Die Atmosphäre ist entspannter als in vielen klassischen Hotelrestaurants, der Ausblick jedoch nicht weniger eindrucksvoll. Isola Bella und Isola Madre liegen direkt in der Sichtachse. Kulinarisch bleibt die Adresse eng mit Norditalien verbunden und greift Produkte aus der Umgebung auf. Durch die erhöhte Lage eignet sich La Rampolina besonders für einen langen Lunch oder einen frühen Abend mit Blick über den See.
📍 Via Someraro, 13, 28838 Campino (VB), Italien
Ristorante Milano
Unmittelbar am Ufer von Pallanza verbindet das Ristorante Milano seine lange Geschichte mit einer modernen kulinarischen Handschrift. Seit 1935 wird das Haus von der Familie Sala geführt. Heute interpretiert Küchenchef Agostino Sala die Region mit viel Gespür für lokale Produkte und verbindet Tradition mit neuen Ideen. Kunstwerke in den Innenräumen und der freie Blick über den See prägen den besonderen Charakter der Adresse. Ein privater Bootsanleger ermöglicht sogar die Anreise über das Wasser.
📍 Corso Zanitello 2, 28922 Verbania-Pallanza, Italien
Ristorante I Mori
Im Hotel Villa e Palazzo Aminta öffnet sich das Ristorante I Mori mit einer Panoramaterrasse zum Borromäischen Golf. Von den Tischen reicht der Blick über den Lago Maggiore bis zu den Inseln, die dem Restaurant vor allem am Abend eine besondere Kulisse geben. Die Küche orientiert sich am kulinarischen Erbe Italiens und setzt auf frische Zutaten aus der Region. Eine elegante Adresse für einen langen Sommerabend am See.
📍 Via Sempione Nord 123, 28838 Stresa, Italien
Villa Crespi
Für einen besonderen Tagesausflug führt die Route über den Mottarone zum Ortasee. Dort steht die 1879 errichtete Villa Crespi, deren maurisch beeinflusste Architektur deutlich aus der Landschaft hervortritt. Im Inneren befinden sich ein Hotel und das Restaurant von Antonino Cannavacciuolo. Seine Küche verbindet Einflüsse aus Kampanien mit Produkten und Traditionen Norditaliens. Der Besuch lässt sich mit einem Spaziergang durch Orta San Giulio und einer kurzen Bootsfahrt zur Isola San Giulio verbinden.
📍 Via Fava, 18, 28016 Orta San Giulio (NO), Italien
Lago Maggiore, aber anders
San Carlone: Im Kopf eines Heiligen
Oberhalb von Arona erhebt sich der rund 35 Meter hohe Koloss des heiligen Karl Borromäus. Ungewöhnlich ist weniger seine Größe als die Möglichkeit, das Innere der Statue zu betreten. Über eine Wendeltreppe und eine steile Leiter führt der Weg durch die Metallkonstruktion bis in den Kopf. Von dort fällt der Blick durch Augen, Ohren und Nasenöffnungen auf den Lago Maggiore. Ein eigenwilliges Erlebnis zwischen Sakralarchitektur und Ingenieurskunst.
📍 Piazzale San Carlo, 28041 Arona (NO), Italien
Mit der Korbgondel über Laveno
Die Seilbahn von Laveno auf den Sasso del Ferro erinnert an ein Stück italienischen Retro-Futurismus. Neben geschlossenen Kabinen schweben offene, grün lackierte Zweierkörbe den bewaldeten Hang hinauf. Während der Fahrt bleibt der Blick vollkommen frei auf Laveno, den See und die gegenüberliegenden Berge. Das leicht abenteuerliche Verkehrsmittel ist selbst bereits der eigentliche Ausflug.
📍 Via Don C. Tinelli 15, 21014 Laveno Mombello (VA), Italien
Casa Museo Lodovico Pogliaghi
Am Ende des historischen Kapellenwegs des Sacro Monte di Varese steht das ehemalige Wohnhaus des Künstlers und Sammlers Lodovico Pogliaghi. Ab 1885 entwickelte er die Villa über Jahrzehnte hinweg als Wohnort, Atelier und persönliches Museum. Kunstwerke, archäologische Fundstücke, historische Möbel und eigene Entwürfe füllen Räume, die bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Das Haus erinnert dabei eher an eine private Sammlung als an ein klassisch geordnetes Museum.
📍 Via Beata Giuliana, 5, Santa Maria del Monte, Varese, Italien
Mit dem Boot in den Abend
Tagsüber herrscht rund um die Borromäischen Inseln reger Bootsverkehr. Gegen Abend leert sich der See spürbar. Individuelle Fahrten starten in Stresa, Baveno oder Verbania und führen rund um Isola Bella, Isola Madre und die Isola dei Pescatori. Der Reiz liegt im veränderten Blick auf die bekannten Orte. Fassaden und Gärten erscheinen im flacheren Licht anders, während die Bergkette am Horizont stärker hervortritt. So zeigt sich der Lago Maggiore von einer Seite, die während der klassischen Ausflugszeiten leicht verborgen bleibt.
📍 Ab Stresa, Baveno oder Verbania
Get the Look
Wie sich der Stil eines Sommerhauses am Lago Maggiore übersetzen lässt, zeigt beispielhaft diese Auswahl. Das Sofa »Augusto« von Molteni&C bildet den ruhigen Ausgangspunkt. Dazu kommen der Tisch »Pathos« von Maxalto, der Teppich »Dedalo« von cc-tapis und die Leuchte »Blume« von Bolia.
Am Lago Maggiore darf der Außenbereich großzügig, aber nicht überladen wirken. Eine mögliche Umsetzung verbindet niedrige Möbel mit klaren Formen und wenigen farbigen Akzenten. Die »Patio« Collection von Ethimo bildet zum Beispiel den Loungebereich, während der geradlinige Esstisch »Bitta« von Kettal Platz für gemeinsame Mahlzeiten schafft. Die glasierten Vasen »Olive« von O’STYLE-Living setzen einzelne Farbpunkte und »Frigo doppio!« hält Getränke griffbereit.
Lago Maggiore im Sommer
Während St. Moritz von alpiner Grandezza und Lake Saimaa von nordischer Weite geprägt sind, verbindet der Lago Maggiore italienische Gelassenheit mit historischer Villenkultur. Villen und Gartenanlagen öffnen sich zum Wasser, dahinter steigen bewaldete Hänge bis zu den Gipfeln der Alpen an. Ein Tag beginnt zwischen Palmen und barocken Terrassen, führt am Nachmittag auf den Mottarone und endet mit einer Bootsfahrt vor den beleuchteten Fassaden von Stresa. Der Lago Maggiore ist weder rein mediterran noch ausschließlich alpin. Seine Besonderheit liegt in der Verbindung beider Landschaften.