Home, Sweat Home: Trainieren in High-End
Fitness ist längst Teil des modernen Lebensstils. Muckibuden boomen, aber immer mehr Menschen trainieren Bauch, Beine und Po zu Hause in maßgeschneiderten Home Gyms. Wir haben nachgefragt, worauf es dabei ankommt.
Fitness hat sich vom Lifestyle-Trend zum festen Bestandteil moderner Lebensführung entwickelt. Angetrieben von Longevity-Idealen und dem Wunsch, möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben, wächst die Branche spürbar. In Österreich sind mittlerweile rund 1,3 Millionen Menschen in Fitnessstudios eingeschrieben, also gut zwölf Prozent der Bevölkerung. Post-Covid hat sich der Markt wieder erholt und auch neu positioniert: Training ist persönlicher, individueller und verlagert sich dabei auch zunehmend in den privaten Raum.
Trimm dich
Diese Entwicklung zeigt sich besonders deutlich im Premiumsegment. »Fitness ist für viele Menschen nicht mehr nur ein externer Studiobesuch, sondern Teil des privaten Lebensraums geworden. Besonders bei Kund:innen mit hoher beruflicher Belastung ist der Faktor Zeit entscheidend«, sagt Gottfried Wurpes, Generalimporteur von Technogym in Österreich. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach maßgeschneiderten Lösungen: »Viele möchten keinen klassischen ›Geräteraum‹, sondern einen ästhetischen Fitnessbereich, der zur Immobilie passt.« Home Gyms werden damit zu einem festen Bestandteil moderner Wohnkonzepte. Funktional, designorientiert und zunehmend als Erweiterung von Wellness- und Spa-Bereichen gedacht.
Luxus first
Ganz vorne im Luxussegment mischt das polnische Label Pent mit, das regelmäßig Designpreise einheimst. Die Kraftmaschine »Roma«, entstanden in solider Handarbeit, ist das beste Beispiel dafür.
© Pent FitnessEin Home Gym ist dabei mehr als die Summe seiner Geräte. Entscheidend ist die Planung. »Für eine seriöse Planung brauchen wir zuerst ein klares Verständnis der persönlichen Zielsetzung«, so Wurpes. Ob Muskelaufbau, Gewichtsreduktion oder gesundheitlich orientiertes Training: Die Ziele, die man sich setzt, spiegelt der Raum wider. Nicht weniger wichtig sind dabei Nutzung und Kontext: Wer trainiert im Haushalt? Wie oft wird trainiert? Gibt es Vorerkrankungen oder Einschränkungen? Auch die räumlichen Voraussetzungen spielen eine Rolle. So sind insbesondere in urbanen Räumen Faktoren wie Raumhöhe, Belüftung, Bodenaufbau und Akustik zu berücksichtigen, denn: »Laufbänder, freie Gewichte oder Sprungübungen können Schall und Vibrationen erzeugen«, so Wurpes, der betont, wie wichtig daher durchdachte Lösungen sind. Im gehobenen Segment zeigt sich zudem ein klarer Trend zu integrierten Konzepten: »Zubauten oder eigene Fitness-Pavillons sehen wir ebenfalls zunehmend, vor allem bei hochwertigen privaten Projekten.«
Home-Workout
Beim Equipment gilt: Qualität vor Quantität. »Für den Einstieg braucht es nicht zwingend viele Geräte«, sagt Wurpes. Eine reduzierte, vielseitige Grundausstattung mit einer Trainingsbank, Kurzhanteln und funktionellen Tools wie Kettlebells oder Thera-Bändern reicht oft aus, um Kraft, Ausdauer und Mobilität abzudecken. Erweiterungen erfolgen später: »Nice-to-have sind vor allem Ergänzungen, die den Komfort, die Trainingsvielfalt oder das Erlebnis verbessern.« Dazu zählen digitale Systeme, Lichtkonzepte oder Recovery-Bereiche.
Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist jedoch die Atmosphäre, erklärt der Planungsprofi. »Der Raum muss klar als Trainingsbereich erkennbar sein.« Gestaltung, Licht und Akustik beeinflussen nämlich die Nutzung stärker als die Geräte selbst. »Viele Home Gyms scheitern nicht an der Ausstattung, sondern daran, dass sie wie ein Abstellraum wirken«, warnt Wurpes vor unüberlegten Fitnessraum-Schnellschüssen. Erst wenn Funktion, Design und Nutzererlebnis zusammenspielen, entsteht ein Raum, der regelmäßig genutzt wird.
Reformer-Haus
Um Reformer Pilates ist ein echter Hype entstanden. Das hippe Trainingsgerät für zu Hause liefert das Start-up Frame. Co-Gründerin ist übrigens Popstar Dua Lipa.
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