Klimapark statt Rasenfläche: Kopenhagen zeigt die Zukunft des Stadtparks
In Kopenhagens Nordvest-Quartier wurde eine frühere Rasenfläche zum Klimapark, der Regenwasser sammelt, Biodiversität stärkt und neue Räume für die Nachbarschaft schafft.
Zwischen den Wohnbauten der Grønningen-Bispeparken entstand auf rund 20.000 Quadratmetern ein neuer öffentlicher Freiraum. Das dänische Designstudio SLA entwickelte die weitgehend ungenutzte Grünfläche aus den 1950er-Jahren zu einem Park weiter, der Klimaschutz mit dem Alltag im Quartier verbindet.
Wenn Regen die Landschaft formt
18 miteinander verbundene Versickerungsmulden können mehr als 3.000 Kubikmeter Regenwasser aus dem Park und den umliegenden Straßen aufnehmen. Abseits starker Niederschläge werden sie Teil der Parklandschaft und bieten Raum für Pflanzen, Tiere und gemeinschaftliche Aktivitäten. Hügel über ehemaligen Bunkeranlagen dienen als Sitzplätze und im Winter als Rodelbahnen.
Ein geschwungener Weg aus Kies und gelben Platten verbindet die unterschiedlichen Bereiche und nimmt farblich Bezug auf die umliegenden Wohnhäuser sowie die nahe Grundtvigs Kirke. Große Teile der früheren Asphaltflächen wurden entfernt, während vorhandene Materialien aus Beständen der Stadt erneut eingesetzt werden konnten. Die historische Sichtachse zur Kirche blieb bestehen.
Neue Lebensräume im Quartier
149 neu gepflanzte Bäume aus 23 Arten und mehrere Millionen Samen erweitern die ökologische Vielfalt des Areals. SLA setzte vorwiegend auf heimische Pflanzen, die an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Ein flexibles Pflegekonzept sorgt dafür, dass sich dichter bewachsene Zonen mit klar gefassten Bereichen abwechseln und der Park sein Erscheinungsbild im Lauf der Jahreszeiten verändert.
Im Rahmen des Kunstprojekts »Concerning A Meadow« entwickelte Kerstin Bergendal gemeinsam mit dem jungen Landschaftsstudio Efterland hölzerne Strukturen für den Park. Sie lassen sich als Treffpunkte oder Spielobjekte nutzen, ohne eine konkrete Funktion vorzugeben. Anwohner:innen und lokale Gruppen waren ebenfalls in den Planungsprozess eingebunden.
Die erste Bewährungsprobe
Nur wenige Tage nach der Eröffnung traf ein schweres Unwetter auf Kopenhagen. Das Regenwasser sammelte sich wie vorgesehen in den Mulden, während die umliegenden Gebäude geschützt blieben. Grønningen-Bispeparken zeigt damit, wie technische Klimaanpassung zu einem nutzbaren und naturnahen Stadtraum werden kann.