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Milan Design Week 2026: Neue Visionen für die Glasikone Venini

Mailand
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Glas

Mit dem neuen Flagship auf der Via Durini zeigt Venini, wie sich Murano-Tradition und Gegenwart neu verbinden lassen.

Ein Besuch bei Venini in Mailand

Venini zählt seit 1921 zu den prägenden Namen der italienischen Glaskunst und gehört seit 2020 vollständig zur Damiani Group. Geführt wird das Haus von Silvia Grassi Damiani, die zugleich Vizepräsidentin der Damiani Group ist. Zur Milan Design Week 2026 rückt der neue Flagship Store an der Via Durini 27 in den Mittelpunkt, mit Preview am 20. April und offiziellem Programm von 21. bis 26. April. Mit dem neuen Geschäft verlagert Venini seine Identität sichtbar ins urbane Zentrum Mailands und zeigt sich nicht als klassische Boutique, sondern als kuratierter Raum zwischen Atelier und Ausstellungsfläche. Falstaff LIVING traf die Erfolgs-Managerin hinter der Brand zum Interview.

Das Interview

Silvia Damiani, 59, wirkt nahbar und ruhig, aber mit dieser spürbaren Energie von jemandem, der etwas persönlich trägt, nicht nur repräsentiert. Beim LIVING-Gespräch über Venini fällt auf, wie sehr für sie jede Entscheidung auch eine emotionale Dimension hat: die Verantwortung für ein Erbe, das nicht stillstehen darf.

Die neue Boutique auf der Via Durini, die gestern ihr Türen öffnete, ist für die erfolgreiche Managerin und Vizepräsidentin der Damiani-Jewellery-Brand eben nicht nur ein Schaufenster, sondern ein Moment des Ankommens und Weitergehens zugleich. Man merkt, dass es ihr nicht um Effekte geht, sondern um Substanz – darum, das fragile Gleichgewicht zwischen Handwerk, Erinnerung und Gegenwart spürbar zu machen.

LIVING: Frau Damiani, was hat Sie persönlich dazu bewegt, Venini zu erwerben?

Damiani: Für uns war der Erwerb eine Herzensentscheidung, aber auch eine klare strategische. Die Marke steht für außergewöhnliche Handwerkskunst und künstlerische Innovation. So wie bei Damiani selbst auch. Ich habe darin die Möglichkeit gesehen, dieses Erbe zu bewahren und gleichzeitig neu zu interpretieren. Italien hat eine unvergleichliche Tradition im Kunsthandwerk, und ich sehe es als Verantwortung, diese in die Zukunft zu führen.

Venini Flagship Store an der Via Durini 27, Mailand

© Falstaff LIVING

LIVING: Welche Veränderungen planen Sie für die Marke in den kommenden Jahren?

Damiani: Mein Ziel ist es nicht, Venini neu zu erfinden, sondern seine Essenz zu stärken. Wir möchten die internationale Präsenz ausbauen und gleichzeitig die handwerkliche Qualität weiter vertiefen. Ein wichtiger Fokus liegt auf Innovation – sowohl im Design als auch in der Art und Weise, wie wir mit neuen Generationen von Sammlern und Designliebhabern kommunizieren. Wir werden uns auch immer mehr auf den Interiorbereich fokussieren - auf Objekte, die funktionell sind, wie Lampen, Paravents und noch mehr brauchbare Vasen.

Venini Flagship Store Mailand

Venini Flagship Store an der Via Durini 27, Milano

© Falstaff LIVING
Venini Flagship Store Mailand

Venini Flagship Store an der Via Durini 27, Milano

© Falstaff LIVING

LIVING: Wie möchten Sie die Balance zwischen Tradition und Innovation halten?

Damiani: Das ist tatsächlich der Kern unserer Arbeit. Tradition ist unser Fundament, Innovation unser Antrieb. Die Techniken, die in Murano über Jahrzehnte perfektioniert wurden, bleiben unangetastet. Aber wir öffnen uns neuen Ideen, Materialien und Perspektiven. Es geht darum, die Sprache von Venini weiterzuentwickeln, ohne ihren Dialekt zu verlieren.

Luster 99.81 von Gio Ponti

Kronleuchter »99.81« von Gio Ponti

© VENINI S.p.A.
Giotto von Alessandro Mendini

»Giotto« von Alessandro Mendini

© VENINI S.p.A.

LIVING: Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Gio Ponti oder Alessandro Mendini war schon immer zentral für Venini. Was macht diese Partnerschaften so besonders?

Damiani: Die Magie entsteht im Dialog. Künstler bringen eine visionäre, oft auch disruptive Perspektive mit, während die Marke und die Handwerker das technische Wissen und die Erfahrung einbringen. Für mich ist es entscheidend, Künstlern Raum zu geben, aber gleichzeitig sicherzustellen, dass jedes Objekt die DNA von Venini trägt.

LIVING: Was erwarten Sie von zukünftigen Künstlerkooperationen?

Damiani: Mut. Ich wünsche mir Künstler, die bereit sind, mit dem Material zu experimentieren und Grenzen zu verschieben. Gleichzeitig müssen sie Respekt für das Handwerk mitbringen. Die spannendsten Ergebnisse entstehen immer dann, wenn beide Seiten – Künstler und Marke – voneinander lernen.

Vase Gran Bulbo Mini von Peter Marino

Vase »Gran Bulbo Mini« von Peter Marino

© VENINI S.p.A.

LIVING: Wie stehen Sie zu Designer Peter Marino, der bereits viel für Venini entworfen hat?

Damiani: Er ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie eine Zusammenarbeit mit Venini funktionieren sollte. Er bringt eine sehr klare, starke gestalterische Handschrift mit, aber gleichzeitig auch großen Respekt für das Material und die Tradition der Glasherstellung auf Murano. Genau diese Balance ist entscheidend.

Venini soll eine Marke sein, die Vergangenheit und Zukunft verbindet – ein Ort, an dem Tradition lebt und Innovation entsteht.

Silvia Damiani

Unternehmerin und Vizepräsidentin der Damiani-Gruppe

Silvia Damiani

Unternehmerin und Vizepräsidentin der Damiani-Gruppe

LIVING: Welche Vision haben Sie langfristig für Venini?

Damiani: Ich möchte Venini als globale Referenz für künstlerisches Glas etablieren, ohne seine Seele zu verlieren. Es soll eine Marke sein, die Vergangenheit und Zukunft verbindet – ein Ort, an dem Tradition lebt und Innovation entsteht. Wenn wir es schaffen, junge Generationen für diese Kunstform zu begeistern, dann haben wir alles richtig gemacht.

Falstaff LIVING Herausgeberin und Chefredakteurin Angelika Rosam & Silvia Damiani, Unternehmerin und Vizepräsidentin der Damiani-Gruppe.

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Ein handwerkliches Erbe als Ausgangspunkt für neue Perspektiven

Mit diesen Gedanken endet ein Gespräch, das spürbar macht, wie sorgfältig Venini sein Erbe in die Gegenwart überführt. Falstaff LIVING bedankt sich bei Silvia Grassi Damiani für das offene Gespräch und die persönlichen Einblicke. Es zeigt ein Haus, das seine Geschichte nicht als abgeschlossenen Wert versteht, sondern als Ausgangspunkt für neue Verbindungen zwischen handwerklicher Herkunft, künstlerischer Zusammenarbeit und aktuellen Interior-Perspektiven.

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