Zwischen Mode und Glas: Jil Sander trifft auf VENINI
Ein experimentelles Projekt verbindet das Modehaus Jil Sander mit dem traditionsreichen Glashersteller Venini, kuratiert vom Designstudio Formafantasma. Entstanden ist eine limitierte Kollektion von Vasen, die den künstlerischen Reiz des Unvollkommenen zelebriert.
Was geschieht, wenn italienisches Glashandwerk, radikale Designforschung und die formale Klarheit eines deutschen Modehauses aufeinandertreffen? Die Antwort liefert eine bemerkenswerte Zusammenarbeit: Jil Sander, Venini und das international renommierte Designstudio Formafantasma präsentieren mit »Stone« eine limitierte Kollektion mundgeblasener Vasen, die das Zusammenspiel von Material, Intuition und kontrollierter Unvollkommenheit erforscht.
Schönheit anders entdecken
Im Zentrum steht die Idee, Schönheit nicht im Perfekten, sondern im Prozesshaften zu entdecken. Die Stücke wurden ohne feste Formvorgaben entwickelt. Stattdessen ließ man der Geste, dem Material und den Händen der Glasmeister von Venini Raum zur Entfaltung. Formafantasma spricht in diesem Zusammenhang von einer »Konversation mit dem Material«. Genau hier beginnt die Poesie des Objekts.
Die Vasen – jeweils in vier Varianten (Stone 01 bis Stone 04) und auf jeweils neun Exemplare limitiert – werden in einer experimentellen Variante der klassischen Craquelé-Technik gefertigt. Durch gezielte Temperaturwechsel, Lufteinschlüsse und den Einsatz von Wasser entstehen individuelle, fast organisch anmutende Strukturen auf der Glasoberfläche. Kein Stück gleicht dem anderen, ein bewusst gewählter Bruch mit der serientypischen Perfektion.
© VENINIVenini, eine der bedeutendsten Glasmanufakturen Muranos, unterstreicht mit dieser Kooperation erneut seine Offenheit für zeitgenössisches Design. Gleichzeitig bleibt das Projekt tief in der überlieferten Handwerkstradition verwurzelt – ein Balanceakt zwischen Experiment und Expertise, zwischen Handwerk und Kunst.
» Glas ist ein lebendiges, unberechenbares Material. Es reagiert nur auf jene, die ihm zuhören können«, sagt Silvia Damiani, Präsidentin von Venini. Diese Haltung spiegelt sich in der gesamten Kollektion wider, in der Gestaltung nicht als abgeschlossenes Konzept, sondern als fortlaufender Dialog verstanden wird.
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