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Küchendekoration 2026: Trendfarben & Materialien

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2026 setzt die Küche ihren Wandel zum erweiterten Wohnraum fort – und spiegelt diesen Anspruch an mehr Behaglichkeit auch dekorativ wider. Welche Trends dabei den Ton angeben, verraten Interior- und Küchenexpert:innen.

Sie ist längst mehr als nur Arbeitsraum: In den letzten Jahren hat die Küche den Wandel vom rein funktionalen Bereich hin zu einer Erweiterung des Wohnraums vollzogen. Sie ist nun Aufenthaltsort, optisch hochwertiger und behaglicher denn je. »Küchenräume 2026 sind keine rein funktionalen Flächen, sondern vielmehr wohnliche, seelenvolle Räume, die Ästhetik und Funktion mit Persönlichkeit verbinden«, betont Sarah Metz, Head of Corporate Architecture & Design bei SieMatic. Diese Öffnung der Küche beeinflusst auch deren dekorativen Elemente, die 2026 zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Sehnsucht nach Ruhe

»Dekoration in der Küche folgt 2026 weniger kurzfristigen Trends als einer inneren Haltung«, erklärt Martin Wetscher, Geschäftsführer der Wetscher GmbH. Diese drücke sich durch ein verstärktes Bedürfnis nach Ruhe aus, was sich etwa in der Farbwahl zeigt – angeführt von der Pantone-Farbe des Jahres, »Cloud Dancer«. »Im Vergleich zu den Jahren 2024/25 werden grelle, kühle, künstliche Farben zurückgedrängt. Sanfte, warme Weißtöne oder Creme sind immer noch gefragt – dieser Trend wird aber zunehmend durch feinere Nuancen wie Eierschale, Sand oder Elfenbein ersetzt«, weiß Isabella Hoffelner-Spätauf, Co-Geschäftsführerin von Spätauf Möbel, Design & Handwerk. Rund um diese Welt aus Weiß versammeln sich zudem neutrale, warme Naturtöne wie Greige, Angora oder gedeckte Grünnuancen.

Dekoration wird zurück-haltender, aber präziser: Weniger Objekte, dafür solche mit klarer Form, hochwertigem Material und zeitloser Ausstrahlung. Persönlichkeit statt Inszenierung!
Martin Wetscher

Ruhe kehrt auch in der Materialität ein: Hochglanz verschwindet von der Bildfläche, stattdessen sind nun strukturierte und matte Oberflächen, gerne mit Patina, zu sehen. »Natürliche Materialien wie Holz, Terrakotta und Stein prägen 2026 das Bild. Dazu kommen Metalle wie Bronze, Kupfer und Messing, nun in mattierter Ausführung«, so Günter Schwarzlmüller, Geschäftsführer von MHK Küchenspezialisten.

Blickfang
Auf Regalen werden Vasen und hochwertiges Geschirr präsentiert, auch Kräuter schaffen mehr Wohnlichkeit, wie hier in der »SieMatic URBAN«.
siematic.com

© Benni Janzen

Es grünt so grün
Pflanzen und Küchenkräuter sorgen für wohnliches Ambiente – ebenso wie Layered Lighting, etwa im Wetscher-Projekt in den Kitzbüheler Alpen.
wetscher.com

© bild(ART)isten/Ulrich Steinlechner

Die Küche als Präsentationsfläche

Mit dem Wunsch nach mehr Ruhe verschwinden auch Geräte in der Hinterküche oder hinter Schrankfronten; einzelne Designstücke hingegen werden gezielt platziert. »Insgesamt wird eine Balance zwischen Offenheit und Verbergen gesucht, um sowohl eine ästhetisch ruhige als auch praktische Küchenatmosphäre zu schaffen«, beschreibt es Isabella Hoffelner-Spätauf. Vitrinen und offene Regale wiederum rücken in den Fokus. Sie dienen als Ausstellungsfläche für kuratierte Objekte, darunter dekorative Vasen, Schalen, hochwertige Holzbretter und Tabletts – die Interior-Expertin bezeichnet es treffend als individuelle »Inszenierung von durchdachten Elementen«.

Natürlich wohnlich
Dieses Jahr zeigt sich die Küche, etwa bei den MHK-Küchenspezialisten, in wohnlichen Materialien wie Holz oder Metallen in mattem Finish.
mhk-kuechenspezialist.at

© nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG

Küchenkunst
Ausgewählte Objekte und Kunst an der Wand sind ebenso wichtig für Küchen – hier zu sehen in der »LEICHT Bossa« – wie stimmungsvolle Beleuchtung.
faulmann.at

© Josephine Wirtz/Faulmann & Faulmann

Auch Wände werden 2026 zum Blickfang, bemerkt Hoffelner-Spätauf: »Ein klarer Trend geht hin zu Kunsthandwerk, etwa Statement-Bildern, Kunstprints, Wandinstallationen oder Unikaten lokaler Ateliers.« Zudem wird die Küche grüner denn je – das beginnt bei frischen Küchenkräutern und reicht bis hin zu Topfpflanzen. Für noch mehr Wohnlichkeit sorgen darüber hinaus Stoffe wie Teppiche, Vorhänge und Sitzpolster aus Bouclé oder Alcantara. All dies wird mit Zurückhaltung gestaltet, um ein klares und zugleich stimmungsvolles Gesamtbild zu schaffen.

Lichtlayering
2026 wird auf Layered Lighting gesetzt – Lichtquellen wie Hängeleuchten und Dekoleisten machen Küchen wie die »Concreto« von ewe zum gemütlichen Wohnraum.
ewe.com

© Ewe

Die Küche wird komfortabel

Dass sich 2026 alles um mehr Gemütlichkeit dreht, macht sich auch in der Beleuchtung bemerkbar. Laut Günter Schwarzlmüller setzt man nun auf Layered Lighting, bei dem »die Lichtquellen auf verschiedene Tätigkeiten und Tagesstimmungen abgestimmt« werden können. Derselben Meinung ist auch ewe-GF Andreas Hirsch und ergänzt: »Beleuchtung wird zum zentralen Gestaltungselement, mit integrierten Spots, feinen Dekoleisten oder Up-and-Down-Profilen, die Vitrinen akzentuieren und gleichzeitig funktionales Arbeitslicht bieten.« Ergänzt wird dieses Basislicht durch kleine Akzent- sowie Statementleuchten. Im Zusammenspiel mit Glas sei dieses Lichtlayering am wirkungsvollsten, so Hirsch: »Getönte Rauchgläser wie Parsol- oder Stopsol-Glas schaffen Tiefe und lassen die Küche leichter und wohnlicher wirken.«

So strebt man in der Küchendekoration 2026 nach mehr Wohnlichkeit. Diese wird über ruhige Farben, matte Oberflächen sowie sorgsam kuratierte und präsentierte Objekte realisiert. »Die Küchendekoration 2026 sucht nicht Aufmerksamkeit, sondern Wirkung. Nicht nach Trend, sondern Stimmigkeit. Die Küche wird zu einem Ort, der nicht beschäftigt – sondern trägt«, resümiert Martin Wetscher.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 1/2026

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Christina Horn
Autor
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