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Von KI bis Design: Moderne Küchenplanung

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Muss ich noch vor die Tür gehen, oder hilft mir Künstliche Intelligenz bequem von daheim aus, eine neue Küche am Handy zu planen? Profis raten dazu, sich mittels AI inspirieren, aber sich für finale Schritte auf jeden Fall direkt beraten zu lassen. 

Die Herausforderungen bei der Planung einer neuen Küche sind vielschichtig. Das beginnt schon bei einem selbst: Im Schnitt liegt es 15 Jahre zurück, seitdem man seine letzte Küche machen hat lassen. »Der aktuelle Entwicklungsstand ist in der Regel den Kund:innen eher unbekannt«, bestätigt Jörg Overlack, Head of Brand & Corporate Communication von SieMatic: »AI entwickelt sich rasant und wunderbar und kann schon bei vielen Aufgabenstellungen stark unterstützen. Aber das Thema Küche ist sehr individuell und nutzer:innenspezifisch, komplex in Planung und Umsetzung und von vielen Faktoren abhängig.«

Handgriffe, die sitzen
Profis helfen dabei, auch kleinste Details zu bedenken, ohne die richtigen Fragen ist die KI oft sehr ungenau.
poliform.it

© Poliform

KEINE STANDARDLÖSUNG

Oft hat man seine erste Küche noch als Studierende:r eingerichtet, mit steigendem Anspruch potenzieren sich aber auch die Möglichkeiten. »Das alles zusammen macht es für Laien herausfordernd, aber auch für die KI. Insbesondere dann, wenn es nicht um eine Standardlösung geht. Um die geht es besonders in unserem Marktsegment fast nie«, so Overlack. In der KI ist das Promoten nach wie vor entscheidend für die Qualität der Ergebnisse und erfordert klare, kontextreiche Kommunikation. Laien kennen die Möglichkeiten moderner Küchensysteme nicht oder sind architektonisch nicht geschult. Wer sich also erwartet, dass KI automatisch die perfekte Küche auswirft, muss enttäuscht werden. »KI kann hilfreich sein im ersten Schritt, wenn es um Inspiration und Selbstreflexion geht. Oder auch in einem späteren Schritt, wenn es um Bewertung und Verdichtung von Ideen, Planungs- und Mate­rialalternativen geht. Oder darum, mal schnell zu beurteilen, wie eine Farb- oder Material­veränderung den Raum und die Atmosphäre verändern kann«, so Overlack.

Gemütliche Auszeit
Um die Küche perfekt zu konzipieren, muss man nicht nur den Raum, sondern auch seine Gewohnheiten gut kennen.
siematic.com

© SieMatic

Millimeterarbeit
Die Tücke liegt oft im Detail – und man selbst hat wenig Erfahrung mit der Planung einer Küche.
miele.at

© Miele

Ähnlich sieht das Isabella Hoffelner-Spätauf, Geschäftsführerin von Spätauf Möbel: »Durch AI-Tools hat sich in der Küchenplanung in unseren Küchenstudios in Graz und Wien in den letzten Jahren einiges verändert, vor allem, was Visualisierung, Ideenfindung und Zugänglichkeit angeht. Moderne AI-Tools können Layouts, Farben und Stile in Sekunden visualisieren, ohne dass man selbst CAD- oder Designkenntnisse braucht. Man gibt einfach eine Beschreibung oder ein Foto der Küche ein – die KI schlägt Varianten vor.« Aber KI würde trotzdem nicht die Beratung ersetzen können. Das fängt bei ganz banalen Infos an: »Ein wichtiger Teil des Planungsgesprächs sind genaue Maße des Raumes, damit die Küche später auch wirklich passt. Die Position von tragenden Wänden, die nicht verändert werden können, Lage von Fenstern, Türen und Durchgängen, Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse.« Das kann man alles auf Wunsch auch per Zoom klären, aber Hoffelner-Spätauf sagt: »Wir bevorzugen persönliche Termine, entweder bei den Kund:innen vor Ort oder in unseren Studios in Graz und Wien, um zu klären, welche Bedürfnisse jemand in der Küche hat, welche Arbeitsabläufe ideal sind.«

Küchengespräch
Die Planung einer Küche ist sehr individuell: Bulthaup setzt auf einen Besuch der Spezialist:innen zu Hause.
bulthaup.com

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BESSER OHNE ZOOM

Auch Bulthaup rät zu einem direkten Termin: »Die Planung einer Küche ist zugeschnitten auf die jeweiligen Interessent:innen und auf ihre Wohn- und Lebenssituation. Eine Bulthaup-Küche, wie wir sie verstehen, kann deshalb nicht daheim am Computer erstellt werden«, so Bulthaup-Chef Marc Eckert. Küchenplaner:innen stellen die richtigen Fragen, auf die man selbst – oder die KI – vielleicht gar nicht kommt. Nach Personen im Haushalt, nach den Abläufen und nach dem Umfang der benötigten Funktionen. Für eine perfekte Küche gilt es herauszufinden, was man wirklich möchte, was zu einem passt. »Zur exakten Planung und Bestellung der Küchenelemente kommen die Küchenspezialist:innen nach Hause. Zoom-Termine sind dafür nicht geeignet«, so Eckert weiter. Analog ist eben doch durch nichts zu ersetzen.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 1/2026

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Karin Cerny
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