MAK × Gmundner Keramik: Künstleredition von Markus Schinwald
Das MAK präsentiert in Kooperation mit Gmundner Keramik und dem Künstler Markus Schinwald eine außergewöhnliche Special-Plate-Edition sowie erstmals eine Sonderedition von Tischtüchern. Beide Editionen sind anlässlich des MAK-Künstler:innendinners entstanden und schlagen eine faszinierende Brücke zwischen der Wiener Werkstätte und zeitgenössischem Design.
Das MAK – Museum für angewandte Kunst – präsentiert zwei neue, hochkarätige Künstlereditionen, die die Verbindung von historischem Design und zeitgenössischer Kunst auf eindrucksvolle Weise sichtbar machen. In Zusammenarbeit mit Gmundner Keramik und dem international renommierten Künstler Markus Schinwald sind die Special Plate Edition MAK × Gmundner Keramik × Markus Schinwald sowie erstmals eine exklusive Tischtuch- und Serviettenedition entstanden. Beide Editionen wurden anlässlich des MAK Künstler:innendinners am 13. November 2025 entworfen und geben einen ersten gestalterischen Ausblick auf ein bedeutendes Projekt des Hauses: die am 24. Februar 2026 eröffnende neue Schausammlung Wien 1900, die von Markus Schinwald kuratiert wird.
Schinwalds Blick auf Josef Hoffmann
Die Special Plate Edition umfasst je sechs unterschiedliche Platz- und Dessertteller, die formal und grafisch direkt auf einen historischen Unterteller von Josef Hoffmann aus der MAK-Sammlung Bezug nehmen. Schinwald übernimmt sämtliche Elemente des Originals, interpretiert sie jedoch in einer völlig neuen Komposition. Die Edition setzt damit eine Reihe fort, in der das MAK bereits mit renommierten Kreativen wie Jakob Lena Knebl und Vivienne Westwood Tellereditionen realisiert hat. Schinwalds Zugang besticht durch eine präzise, kunsthistorisch geschulte Handschrift, die dennoch eine neue ästhetische Eigenständigkeit entwickelt und damit den Geist der Wiener Moderne in die Gegenwart überführt.
Eine textile Edition inspiriert von der Wiener Werkstätte
Erstmals wird ergänzend zur Telleredition eine textile Sonderedition vorgestellt: ein Tischtuch mit passenden Servietten, deren Gestaltung auf historischen Grafiken der Wiener Werkstätte basiert. Die wellenförmige Umrandung zitiert eine Einladungskarte von Koloman Moser, während die quadratischen Felder auf eine Buchgestaltung von Josef Hoffmann zurückgehen. Durch die Neuinterpretation dieser grafischen Versatzstücke schafft Schinwald eine zeitgemäße Verbindung zu ikonischen Entwürfen der Wiener Moderne.
Ein Künstler zwischen Geschichte, Erinnerung und Gegenwart
Markus Schinwald, 1973 in Salzburg geboren, zählt international zu den bedeutenden österreichischen Positionen. Seine künstlerische Praxis kreist um Fragen der Geschichtsschreibung, Erinnerungskultur und Autorschaft. Ob in seinen malerischen Arbeiten, in raumgreifenden Bühneninstallationen oder als Kurator – Schinwalds Ansatz basiert auf einer spekulativen Auseinandersetzung mit historischen Narrativen. Dass er nun die Kuratierung der neuen Schausammlung Wien 1900 übernimmt, fügt sich folgerichtig in eine langjährige Beschäftigung mit der Wiener Moderne ein. Seine Arbeiten sind in bedeutenden internationalen Sammlungen vertreten, darunter die Tate Modern, das MoMA in New York, das Musée d’Art Moderne de Paris, das Kunsthaus Zürich sowie zahlreiche weitere Institutionen. Schinwald lehrte unter anderem an der Yale University und der Staatlichen Akademie Karlsruhe und lebt und arbeitet in Wien.