© Pexels/Olly

© Pexels/Olly

»Arbeitsmarkt-Kompass 2.0«: So ist die Stimmung am Arbeitsmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz

»Marketagent« hat Arbeitnehmer:innen im DACH-Raum gefragt, wo die Prioritäten in ihrem Berufsleben liegen und welche Rolle die viel zitierten Schlagwörter »Work-Life-Balance«, »Home Office« oder die »4-Tage-Woche« tatsächlich in ihrem Wunsch-Szenario spielen.

von Alexander Schöpf
01. August 2024

Dass sich der Arbeitsmarkt im Wandel befindet und Arbeitgeber:innen gefordert sind, mit neuen Arbeitsmodellen aufzuwarten, um den gestiegenen Ansprüchen der Arbeitnehmerschaft zu begegnen, hat mittlerweile kaum noch Neuigkeitswert. Aber wo genau ansetzen? Antworten auf diese Frage versucht der »Arbeitsmarkt-Kompass 2.0« des österreichischen Marktforschungsinstituts »Marketagent« zu liefern.

Erstmals liefert der »Arbeitsmarkt-Kompass« länderübergreifende Erkenntnisse: Es wurden nicht nur österreichische Erwerbstätige unter die Lupe genommen, sondern die Präferenzen aus der gesamten DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) aufgezeigt. In Summe geben 3.737 Arbeitnehmer:innen Einblick, wo die Prioritäten in ihrem Berufsleben liegen und welche Rolle die viel zitierten Schlagwörter »Work-Life-Balance«, »Home Office« oder die »4-Tage-Woche« tatsächlich in ihrem Wunsch-Szenario spielen.

Die Formel für den Traumjob

Ein gutes Gehalt, flexible Arbeitszeiten fernab von Vollzeit, umfangreiches Home Office – So in etwa könnte er klingen, der perfekte Job. Dass die Prioritäten unter den Arbeitnehmer:innen in der Realität facettenreicher sind als die genannten Begriffe, legen die aktuellen Daten nahe. Spielt eine faire Bezahlung im Job eine wesentliche Rolle? Ja – in Österreich und der Schweiz sogar eine deutlich höhere, als in Deutschland (Österreich: 65 Prozent vs. Schweiz: 67 Prozent vs. Deutschland: 59 Prozent). Ebenso würde sich ein nicht zu vernachlässigender Teil über ein flexibles Arbeitszeitmodell freuen, wobei hier insbesondere die Schweizer:innen mit 47 Prozent hervorpreschen (vs. 42 Prozent in Deutschland und 39 Prozent in Österreich).

Doch: »Ein erfüllter Arbeitsalltag ist vielschichtig. Neben einem ansprechenden Gehalt entpuppen sich ein gutes Arbeitsklima, Sicherheit im Job sowie Wertschätzung als wesentliche Treiber bei der Jobsuche und lassen vermeintlich ausschlaggebende Rahmenbedingungen wie die Möglichkeit zu Home Office oder zur vieldiskutierten 4-Tage-Woche am Ende des Tages weit hinter sich«, betont »Marketagent«-Geschäftsführer Thomas Schwabl. »Arbeitgeber:innen sind im Sinne der Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit daher dazu aufgerufen, den so wichtigen Spagat zwischen attraktiven Eckpfeilern und diesen wesentlichen Wohlfühlaspekten zu meistern.«

Dennoch ist und bleibt es wichtig zu betonen, dass Frauen bei der Jobsuche deutlich mehr Wert auf die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, flexible Arbeitszeiten und Remote-Work legen. Kein Zufall, wenn man bedenkt, dass der Großteil der unbezahlten Care-Arbeit immer noch auf weiblichen Schultern lastet. So ist es kaum überraschend, dass sie den Schlagworten »Zeit für die Familie« und »Work-Life-Balance« im Geschlechtervergleich eine höhere Bedeutung beimessen.

40-Stunden-Woche adé

Der Arbeitsmarkt hat in den vergangenen Jahren eine spürbar neue Dynamik bekommen. Erst vergangene Woche forderte die österreichische »Arbeiterkammer« erneut eine Verkürzung der Arbeitszeit und scheint in der heimischen Bevölkerung damit einen Nerv zu treffen. Immerhin würden sich die Österreicher:innen im Schnitt ein Arbeitsvolumen von 33,5 Stunden wünschen.

© Marketagent
© Marketagent

»40-Stunden-Woche adé« heißt es aber nicht nur in Österreich, sondern ebenso in den beiden Nachbarnationen Deutschland und der Schweiz. Während die Schweizer:innen ein Arbeitspensum von 34,5 Stunden präferieren würden, erreicht der Schnitt bei den Deutschen mit einer Wunsch-Dienstzeit von 31,7 Stunden das niedrigste Niveau im Drei-Länder-Vergleich. Sofern es ihr Job erlaubt, würden sie davon rund 41 Prozent von zu Hause aus arbeiten. Höher ist der bevorzugte Remote-Work-Anteil lediglich in der Schweiz (44 Prozent vs. 37 Prozent in Österreich). Dass Home Office vielfach zum fixen Bestandteil in der modernen Arbeitswelt geworden ist und mit einem Wegfall des Anfahrtsweges zur Arbeit verbunden ist, dürfte vor allem die Pendlernation Österreich freuen.

Wechselbereitschaft trotz hoher Zufriedenheit

Ein Blick auf die Zufriedenheitswerte im aktuellen Job lässt Arbeitgeber:innen vermeintlich durchatmen. Immerhin geben 83 Prozent der österreichischen Erwerbstätigen an, in ihrem Beruf sehr oder eher zufrieden zu sein. In Deutschland und der Schweiz ist der Wert zwar etwas niedriger, bewegt sich mit 79 bzw. 78 Prozent aber ebenfalls auf einem hohen Level. Dass sich Unternehmer:innen darauf allerdings nicht ausruhen können und der Wettbewerb um die talentiertesten Köpfe weiterhin hoch bleibt, zeigt die hohe Wechselbereitschaft unter den Arbeitnehmer:innen. In der Schweiz verspüren sage und schreibe 41 Prozent den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung und das, obwohl sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weit weniger positiv wahrnehmen (45 Prozent), als die Deutschen (67 Prozent) und die Österreicher:innen (64 Prozent). Mit ein Grund dürfte bei den Schweizer:innen aber der beachtliche Gehaltssprung sein, den sie sich mit einem neuen Job erwarten und den sie mit 31 Prozent beziffern (vs. 28 Prozent in Österreich und 25 Prozent in Deutschland).

© Marketagent
© Marketagent

»Der War for Talents ist also längst nicht entschieden und es gilt weiterhin, die richtigen Anreize zu setzen«, so das Fazit bei »Marketagent«. Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der »Leitbetriebe Austria«, ergänzt: »Für die Aktivitäten von ›Leitbetriebe Austria‹ ist der ›Arbeitsmarkt-Kompass‹ eine wichtige Quelle, vor allem als Ergänzung zu unserer Initiative ›Neue Welt der Arbeit‹. Die Ergebnisse gewähren aktuelle Einblicke in die Stimmungslage der Erwerbstätigen und bieten somit eine Grundlage zur unmittelbaren Erarbeitung von Lösungsansätzen zu den relevanten Themen.«

Lesenswert

»sea chefs« sucht Küchenprofis (w/m/d) für die Galley an Bord renommierter Kreuzfahrtflotten.

© Foto beigestellt

Kulinarik, Karriere, Weltmeere: »sea chefs« sucht Küchenprofis

Advertorial

Mehr als ein Küchenjob: Entdecken Sie die Welt an Bord renommierter Kreuzfahrtflotten mit »sea chefs«.

Henkell Freixenet Austria - Falstaff PROFI

Julia Stenkoski und Claudio Chizzola verstärken die Führungsebene von »Henkell Freixenet Austria«. | © Henkell Freixenet Austria / Martin Steiger

Marketing und Vertrieb: »Henkell Freixenet Austria« ordnet Führungsebene neu

Der Schaumweinmarktführer in Österreich hat zentrale Führungspositionen neu besetzt. Seit Jahresbeginn verantwortet Claudio Chizzola den Vertrieb, im März übernahm Julia Stenkoski die Leitung des Marketings.

Kröswang Michael Kowatsch - Falstaff PROFI

Michael Kowatsch (links neben Eigentümer Manfred Kröswang) verstärkt die Geschäftsführung und verantwortet die gesamte Logistik des Frische-Lieferanten.

© KRÖSWANG

Vom Schiff in die Geschäftsführung: Michael Kowatsch steigt bei »Kröswang« auf

Lieferfähigkeit wird für Gastronomie und Hotellerie zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Der Frische-Lieferant »Kröswang« verstärkt daher sein Führungsteam mit dem langjährigen Logistikchef Michael Kowatsch.

Mandarin Oriental Barbara Göttling - Falstaff PROFI

Die gebürtige Wienerin und neue GM folgt auf Marc Epper, der das Haus bisher leitete.

© Mandarin Oriental

»Mandarin Oriental München«: Barbara Göttling übernimmt Leitung

Das Münchner Luxushotel hat seine Führung neu aufgestellt. Mit Barbara Göttling übernimmt eine international erfahrene Hotelmanagerin die Leitung des bekannten Hauses in der Altstadt.

Karriere Hotellerie - Falstaff PROFI

Karriere starten: Die Ausbildung an der Rezeption beginnt im »Forsthofgut« direkt am Gast.

© Patrick Langwallner

Da machst du Karriere! Top-Chancen für Junge in der Hotellerie und Gastro

Die Karrierechancen in der Branche stehen aktuell ­hervorragend. Wo man am meisten für den ­Lebensweg profitiert, haben wir bei Top-Ausbildungs­betrieben eruiert.

Der aktuelle Verkaufsleiter verabschiedet sich 2027 in den Ruhestand, eine optimale Übergabe und entsprechende Einarbeitungszeit ist also garantiert.

© Hans Schubert

Der frischeste Job der Branche: »Kröswang« sucht neuen Verkaufsleiter

Advertorial

Österreichs führender Frische-Lieferant für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung besetzt eine Schlüsselposition neu. Eigentümer Manfred Kröswang sucht persönlich einen neuen Verkaufsleiter Österreich.

Meist gelesen

Werden Sie Teil des Teams im Hotel Marten und bringen Sie Ihre Ideen und echten Teamgeist ein!

© Jenny Haimerl

Ein Arbeitsplatz mit Perspektive und Vielfalt im »Hotel Marten«

Advertorial

Das »Hotel Marten« in Saalbach Hinterglemm verbindet moderne Hotellerie mit alpinem Lifestyle und vielseitiger Gastronomie. Aktuell werden ein Rezeptionist für Front Office & Reservierung, Küchenchefs für das »Hotel Marten« und die »Alm 1350« sowie ein Masseur für das »Hotel Marten« gesucht.

© Kracher Fine Wine

Karrierechance: »Kracher Fine Wine« sucht Portfolio Manager

Advertorial

Parallel zur dynamischen Weiterentwicklung verstärkt die »Kracher Fine Wine« gezielt das Team und besetzt aktuell eine Schlüsselposition im Portfolio Management in Illmitz.

Royal Savoy Lausanne Alexis Ribes - Falstaff PROFI

Soll das Angebot der »Brasserie du Royal« weiterentwickeln: der neue Chef Alexis Ribes.

© LABON3

Interne Karriere: Alexis Ribes übernimmt Brasserie im »Royal Savoy Lausanne«

Das 5-Sterne-Haus setzt bei der Neuausrichtung seiner Brasserie auf Kontinuität: Alexis Ribes übernimmt die kulinarische Leitung. Zugleich steht die Besetzung für die Weiterentwicklung des gastronomischen Angebots.

Zur Verstärkung des Teams sucht »Löwenwelten« engagierte Mitarbeiter (Abbildung zeigt Projektarbeit »Familux Resorts«).

© Familux Resorts

Der erste Eindruck – Gastfreundschaft beginnt im Detail

Advertorial

Noch bevor ein Wort gesprochen wird, entsteht ein Eindruck, der bleibt. »Löwenwelten« verbindet Design, Funktionalität und Wertschätzung zu einem Arbeitsumfeld mit Perspektive und sucht Menschen, die diesen Weg aktiv mitgestalten möchten.

Marius Pieper Louis Hotel München Küchenchef - Falstaff PROFI

Soll das kulinarische Angebot des Hauses weiter schärfen: der neue Küchenchef Marius Pieper.

© Tony Gigov

Neuer Chef im »Louis Hotel München«: Marius Pieper führt die Küche

Vom Arlberg auf den Münchner Viktualienmarkt: Der 30-jähriger Küchenchef übernimmt die Verantwortung im 5-Stern-Haus. Er soll das bestehende kulinarische Konzept weiterentwickeln.

HLF Krems 50 Jahre - Falstaff PROFI

Im Kulinarik-Einsatz (v.l.): Sebastian Slavicek (»Friendly Ghost Boutique Catering«) und Stephan Adamcsak.

© Robert Herbst

Das größte Klassentreffen Österreichs: HLF Krems feiert 50 Jahre

Mehr als 500 Absolventen kamen zum runden Jubiläum zusammen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Rolle der niederösterreichischen Tourismusschule als Kaderschmiede für Gastronomie und Tourismus.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!