Bachls Restaurant der Woche: Die Palette

Alexander Bachl, 06.05.2019

Delikatessladen, Schaumweinbar und Mini-Restaurant – Im Restaurant »Die Palette« finden sich so einige Schmankerl, viele davon aus eigener Produktion.

Werbung

Auf den ersten Blick könnte man den Stand am beschaulichen Vorgartenmarkt für einen normalen Feinkostladen mit Imbiss halten. Doch je näher man das Sortiment betrachtet, desto mehr kommt man von diesem Eindruck wieder ab – normal ist hier wenig. Exzellente Würste und Schinken – ausnahmslos aus eigener Produktion. Besonders erwähnenswert: das »Original Wiener Lahner-Frankfurter Würstel«, der rekonstruierte Urahn des Frankfurters und eines der besten Würstel der Nation. Roastbeef aus Biorind in einer Mürbheit und Saftigkeit, die ihresgleichen sucht. Jahrgangssardinen bis 2009, rare Entenmuscheln aus Spanien usw. Für die Auswahl an Kaviar-Varietäten bester Provenienz steht demnächst eine internationale Auszeichnung ins Haus. Dazu Käse, die slowakische Edelschokolade »Lyra«, zahlreiche Proseccos, die staubtrockene Cuvée Katharina des deutschen Top-Sekthauses Raumland oder Champagner Fluteau. Mastermind hinter dem mutmaßlich besten Delikatessladen der Leopoldstadt ist Gerd Wolfgang Sievers, Journalist, vielfacher Buchautor, Fleischexperte und Profikoch. Letztere seiner Fertigkeiten bringt er hier Donnerstag bis Samstag gegen Reservierung zum Einsatz, dann mutiert »Die Palette« – die drei Tische sind aus Europaletten zusammengezimmert – zum Mini-Restaurant. Da kocht Sievers dann etwa »Seppie in umido« – einen traditionellen venezianischen Tintenfisch-Eintopf, slowakische Kuttelsuppe, Garnelen erster Güte in pikanter Buchweizensauce oder 180 (!) Tage dry-aged-gereiftes T-Bone vom deutschen Deichrind. Dazu gibt’s abseits der genannten Schaumweine stets ein paar anständige Flaschen aus Burgund, Italien oder sonst woher. Wie sich überhaupt das Angebot ständig ändert. Sehr schräg, sehr anders. Und sehr gut.

Weiterlesen

Werbung