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Der Sommer 2017 war für die »Post« in Lech ein Bruch mit der Tradition, erstmals war das Luxushotel geschlossen. Zwecks Neudefinition der Gastronomie wurde das Hauptrestaurant von der düsteren Schwermut der Sechziger befreit, die einem hellen Glaskobel mit entspanntem Mobiliar wich. Und auch die Küche wurde inklusive Chef erneuert. Mit dem 33-jährigen Tiroler David Wagger startete ein weithin Unbekannter eine Mammut-Aufgabe: keine entspannte Sommersaison zum Einspielen, sondern mit Vollgas kurz vor Weihnachten in den Winterbetrieb. Zunächst lief sich das Team mit traditioneller Küche im neuen »Panoramarestaurant« warm, gegen Winterschluss wurde die »Jägerstube« als Gourmetzone aufgesperrt. Während sich die Gerichte recht übersichtlich lesen, kommen dann am Teller optisch sorgfältigst drapierte Zutaten, die sich nicht durchgängig geschmacklich verbinden wollen. Wenn vorzügliches »Sashimi vom Rind« in der aromatisch wilden Mischung aus Tomatencreme, Zwergtomaten, Vogerlsalat-Mousse, Eiszapfen, Blutahorn und süßer Champignon-Schokoerde zu liegen kommt, wird’s in jeder Hinsicht unübersichtlich. Schon sehr viel eher vertragen sich das geschmorte Iberico-Backerl mit Senf-Polenta und Kräuterseitlingen. Ganz viel auf den Teller kommt bei »Hirsch²« (statt »Zweierlei vom …«), das Fleisch wird zwischen Preiselbeerkruste, Brioche, Kerbelknolle, Karottenmousseline und Maulbeerglace zum attraktiven Nebendarsteller.
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