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Wie sehr sich in der Luxusgastronomie das Szenario gewandelt hat, lässt sich an der Historie des »Meinl am Graben« verfolgen. Als der Feinkost-Tempel 1999 aufsperrte, war das Restaurant mit Christian Petz für geraume Zeit »the place to be«. Später unter Joachim Gradwohl lief es nicht viel anders. 2010 inmitten der Finanzkrise war Schluss mit Luxus. Man setzte das Team vor die Türe und verordnete dem Lokal ein Downgrade. Der unbekannte Metin Yurtseven übernahm die Küche – er schlug sich angesichts der Bürde von zwei Vorgängerstars sehr wacker. Und nun soll schon wieder alles anders werden. Neuer Küchenchef ist Alexander David, lange unter dem nur mehr als Privatkoch tätigen Gradwohl in Diensten. Der wieder einberufene Restaurantleiter Michael Wiesinger hat die Order, den nach all dem Rauf und Runter müde gewordenen Laden anzukurbeln. Was sich augenscheinlich gar nicht so leicht gestaltet. Selbst an einem Freitagabend bleibt der Zustrom überschaubar und die Klientel inhomogen. Von Nannys mit Kinderwagen bis zu gourmetaffinen US-Touristen ist alles vertreten. Dabei hat die Küche ein paar beachtenswerte Gerichte auf die (recht knapp gehaltene) Karte gesetzt. Etwa gebratener Pulpo mit Oliven und Pimenton d’Espilette, eine intensive Melange mediterraner Aromen. Oder geschmorte Lammschulter mit Rollgerstl und »Pommery«-Senfsud. Das Kotelett vom Duroc-Schwein mit Maroni, Chicorée und cremiger Polenta ist ein schon weniger in Erinnerung bleibendes Arrangement. An der zuletzt sehr konservativen Weinkarte wird gearbeitet. Und allzu genau sollte man das Interieur zwischen zwei Gängen auch nicht betrachten. Die selbst verordnete Bergfahrt hat erst begonnen.
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