Schlichtes, puristisches Design trifft auf farben- und aromenreiche Küche.

Bachls Restaurant der Woche: Nagano Wien

Alexander Bachl, 23.10.2023

Das Salzburger »Nagano« wurde 1998 von Yili und Bifen Wu aufgesperrt und von Sohn Hao Wu kürzlich aufgefrischt, nun folgt die Wiener City mit einem »neu gedachten Izakaya«. Sprich – eine Art entspanntes japanisches Wirtshaus.

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Es ist, als wolle man mit der Optik einen Kontrapunkt zum Schwulst der »Madame Bar« setzen, die hier vormals für Gästeverkehr sorgte. Statt Plüsch, Plunder und Rotlicht nun grobe Betonwände, offene Installationen und gigantische Abluftrohre – und dennoch gelang mit angenehmem Licht und warmtönigem Grau eine gute Atmosphäre. Beim neuen »Nagano Wien« lief es einmal umgekehrt, nicht ein Wiener Lokal bekam eine Filiale anderswo, sondern ein Salzburger eine in der Hauptstadt. Das dortige »Nagano« wurde 1998 von Yili und Bifen Wu aufgesperrt und von Sohn Hao Wu kürzlich aufgefrischt, nun folgt die Wiener City mit einem »neu gedachten Izakaya«. Sprich – eine Art entspanntes japanisches Wirtshaus. In der Küche werken zwei Herren mit viel Vergangenheit, Executive Chef Stefan Strasek war bei Heston Blumenthal oder Alain Ducasse, Küchenchef Juan Kaiser bei »Tian« und »Shiki«. Wer sich über die lieben Preise wundert – die sind den kleineren Portionen geschuldet, somit kann auch mehr verkostet werden. Pflicht: Miso Pork Belly, zartes durchzogenes Fleisch, dichte Honig-Miso-Glasur, Granny-Smith-Püree als säuerlicher Gegenpart, dazu Kohlsalat. Exzellent: konfierter Kabeljau mit Gartenerbsen und Miso-Hollandaise. Oder zartmürbes Beef Tataki mit Enoki und Marille.

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