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Wien ist in der großen Welt des Weines in mancherlei Hinsicht einzigartig. Sie ist die einzige Weinhauptstadt der Welt, denn die Donaumetropole verfügt über ein veritables Weinbaugebiet und ist ausgestattet mit einer bedeutsamen Geschichte, die weit über die Größe der Anbaufläche hinausreicht. Der Wein war über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Grundlage der Habsburger-Residenz. Die Weine aus dem »Weingebirge« rund um die Donaumetropole galten bis zum Ende der Monarchie als die besten und gesuchtesten Kreszenzen des Landes, ein »Nussberger« fehlte auf keiner gepflegten Weinkarte. Das freie Schankrecht der Bürger ließ im 19. Jahrhundert eine Heurigenkultur entstehen, die frühe Filmindustrie des 20. Jahrhunderts bediente sich, unterstützt von populären Protagonisten wie Maria Andergast, Paul Hörbiger und Hans Moser, des Wiener Heurigen als Wohlfühlklischee. Insbesondere in der zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte der Heurige das Image des Wiener Weines. Das Bild von Scharen schunkelnder Touristen, die weinselig zu Zithermusik dem G’spritzen zusprachen, war fatal. Eine dringenden Korrektur war angesagt.
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