In ganz Österreich gibt es noch zwei aktive Blaudruck-Betriebe.

Bussi aufs Brauchi

Johannes Scheutz, 02.11.2017

Brauchtum und Handwerk erleben derzeit eine Renaissance. Falstaff geht alten burgenländischen Traditionen auf den Grund – vom Blaudruck bis zum Blochziehen.

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Nichts, was sich lohnt, ist einfach zu haben, heißt es. Wenn der Umkehrschluss erlaubt ist, dann muss sich der Blaudruck extrem lohnen. Denn sehr viel aufwendiger als in dem Verfahren, mit dem früher die Arbeitskleidung gefärbt wurde, kann man einen Stoff eigentlich nicht bedrucken.Der Papp ist ein Gemisch, dessen Rezept stets ein gut gehütetes Familiengeheimnis ist. Es hat was mit Tonerde und Harz zu tun, sehr viel mehr wird nicht preisgegeben. Dieser Papp wird auf kunstvoll geschnitzten und sehr feinen Mustern auf die alten Holzmodeln aufgetragen, mit denen der Stoff bedruckt wird. Nachdem die Stoffe gefärbt wurden, werden sie getrocknet, der Papp ausgewaschen – und das Muster bestaunt. Während des Färbens wird mit einem Stock auf den Stoff geschlagen, um das Zusammenkleben zu verhindern. Der Stoff verfärbt sich dabei von Grün zu Blau. »Grün und blau schlagen« ist ursprünglich also keine besonders brutale Form der Konfliktlösung, sondern ein sprachlicher Überrest des einst wichtigen Handwerks. Überhaupt stammen eine Menge Formulierungen aus dem Blaudruck, wie auch zum Beispiel in diesem in der Regel nur allzu wahren Satz: Nach dem Martiniloben sollte man erst mal blaumachen.

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