Der König der Meere, seit jeher unumstrit­tener Olympionike in der
Gunst der Feinschmecker, ist, ähnlich wie Kaviar und Gänseleber, aus tierethischen und ökologischen Gründen ins Gerede gekommen. An seinem Wohlgeschmack ändert das freilich wenig.

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"Dir tönt mein Lied! Grob bist Du freilich, aber von göttlicher Grobheit und anstößig nur für jene Unglücklichen, die sich überhaupt vor jeder mannhaften Erscheinung fürchten und sich gegenüber der Gänseleberpastete und Dir von vornherein dem Tode verfallen fühlen. Allen anderen bist Du hochwillkommen, wenn Du in einfacher Majestät gesotten mit dem Petersilienkranz einhertrittst, einem Herrscher gleich, dessen Purpurmantel der grüne Lorbeer des Siegers schmückt." Als diese Zeilen von Robert Habs und L. Rosner, den Autoren des berühmten »Appetit-Lexikons«, im Jahre 1894 geschrieben wurden, da war die Welt der Gourmets und Gourmands noch heil – und von allen tier­ethischen Skrupeln unangekränkelt. Als älteste Delikatesse der Welt, die, so Habs und Rosner, »einen blau karierten Philosophenmantel trägt«, war der Hummer damals unangefochten des Feinschmeckers Lieblings­tier, und dass seine höchste Bestimmung darin bestand, dereinst im Kochtopf und danach mit puterrotem Panzer auf dem Silberteller zu landen, stand außer Frage.

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