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Ein paar dünne Scheibchen Roter Thun, unter Feinschmeckern auch als Blauflossen-Thunfisch bekannt, gefällig? Macht nur läppische 50 Euro pro Stück. Vielleicht eine Messerspitze Kaviar vom weißen Stör dazu? Auf ein paar hundert Euro mehr oder weniger kommt’s doch nicht mehr an. Dazu vielleicht ein Gläschen Côte de Nuits von der Domaine de la Romanée-Conti Grand Cru, den Rotweinkenner ganz besonders schätzen? Eine Bouteille gibt es hier im Schnitt schon um 14.000 Euro. Ein paar Scheibchen vom weißen Alba-Trüffel sind natürlich ebenfalls ein Muss. Kostet ja kaum mehr als 50 bis 60 Euro für die paar Gramm. Zu guter Letzt noch ein Tässchen Black-Ivory-Kaffee. Der Hunderter dafür ist auch schon egal. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer sein leibliches Wohl mit wahrhaft exklusiven Lebensmitteln bestreiten will, braucht wirklich jede Menge Kleingeld. Falstaff hat sich in diesem Universum der Luxus-Zutaten genauer umgesehen und eine ultimative Liste der teuersten Lebensmittel der Welt zusammengestellt. Bei vielen dieser Köstlichkeiten ist ihre Kostspieligkeit weithin bekannt. Dass Safran – aktueller Preis etwa 18 Euro pro Gramm – ein eng bemessenes Haushaltsbudget über den Haufen werfen kann, ist weithin bekannt. Auch dass ein paar Tropfen vom echten, weit über 25 Jahre alten Aceto Balsamico aus Modena schnell ins Geld gehen, weiß jeder erfahrene Gourmet. Aber dass eine simple Tasse Tee, abgepackt in Beutel zu je knapp zwei Gramm, einen um rund 1000 Euro ärmer macht, sofern die Pflanze mit Panda-Mist gedüngt wurde, ist doch etwas überraschend. Auch ein paar Bisse von der angenehm süßen japanischen Yubari-Honigmelone hinterlassen mitunter tiefe Spuren am Konto – ein Liebhaber hat für so eine handballgroße Frucht schon mal 12.000 Euro hingelegt. Und wer überhaupt bloß schnell und günstig satt werden will, sollte auf keinen Fall zur französischen Bonnotte-Kartoffel greifen, denn ein Kilo von der »kleinen Guten« kommt auf rund 500 Euro. Natürlich sind diese Preise nicht in Stein gemeißelt. Sie sind abhängig vom Ernteertrag und von der saisonalen Qualität der Produkte. Außerdem werden viele Spitzenpreise – wie etwa für den Blauflossen-Thunfisch in Japan – auf spektakulären Auktionen erzielt, die die Käufer weit über ihre Branche hinweg bekannt machen sowie meist als wohl überlegter Marketing-Gag dienen. Und manchmal greifen die bei Luxus-Lebensmittel ohnehin oft erratischen Gesetze des Marktes nur bedingt, weil das Produkt noch gar nicht im Handel ist – wie etwa beim weltweit einzigen Pule-Käse aus Eselsmilch, für den der Bauer in Serbien einen Ab-Hof-Preis von 1000 Euro pro Kilo verlangt. Prinzipiell lässt sich jedoch auch bei Lebensmitteln im obersten Preissegment »eine ähnliche Entwicklung wie auf Luxusmärkten« beobachten, wie die Studie »Luxus im Wandel« der Georg-August-Universität in Göttingen 2015 analysiert. »Der Stellenwert von Qualität, Genuss sowie nachhaltigen und authentischen Produktionsweisen steigt«, heißt es dort im Hinblick auf die »neuen Perspektiven für die Vermarktung von Qualität und Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln«. »Die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für hochwertige Lebensmittel ist stärker als häufig angenommen.« Allein von 2013 auf 2014, wahrlich keine Zeit der Hochkonjunktur, sei unter den weltweit etwa 300 bis 400 ausgeprägten Luxuskonsumenten die Nachfrage nach exklusiven Getränken und Lebensmitteln um sieben Prozent gestiegen – einer der höchsten Werte in der Industrie, der sich laut dieser Unter-suchung bis heute noch verstärkt hat. Auch in einer aktuellen Social-Trends-Studie des Beraters »Tomorrow Focus« wird bei der Frage »Bei welchem Artikel möchten Sie auf Luxus nicht verzichten?« der Bereich Essen und Nahrungsmittel mit knapp 41 Prozent an erster Stelle gereiht. Kurzum: »Es gibt eigentlich kaum ›unleistbare‹ Luxus-Lebensmittel mehr«, lautet das Fazit der Göttingen-Studie. »Und sie sind auch immer weniger snobistisch, sondern entwickeln sich mehr und mehr zu einem Kultur-Statement.«
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