Essay: Ich grille, also bin ich

Tobias Müller, 10.06.2023

Fast jeder liebt es. Fast jeder, der kann, tut es im Sommer: Grillen. Warum eigentlich? Vielleicht nicht nur wegen des unnachahmlichen Geschmacks, sondern auch wegen all jener Dinge, die uns das Grillen über unser Menschsein lehrt.

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Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Gegrilltes schmeckt einfach immer besser. Feuer und Glut sind nämlich die mit Abstand besten Gewürze. Ähnlich wie Salz lassen sie alles besser schmecken, womit sie in Berührung kommen, und verleihen ihm gleichzeitig eine ganz spezielle, unnachahmlich gute Note. Sie lassen Zutaten geschmacklich über sich hinauswachsen, und holen aus allen Speisen das Beste heraus. Wer metaphysisch veranlagt ist, könnte sagen: Feuer und Glut bringen die Seele von Speisen hervor. Wem platonische Philosophie lieber ist: Gegrilltes ist die Idee des Essens.

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