Essay: Martini – Nach vieren untern Wirt

Juliane Eva Reichert, 11.03.2022

So zumindest lautet das Ende Dorothe Parkers Martini-Anekdote aus den 20ern. »Ich trinke gern Martinis, doch sind zwei genug serviert. Denn nach dreien lieg ich unterm Tisch, …« und, ja: Martini ist ein Drink, der gelernt sein will, von beiden Seiten.

Werbung

Jüngst begab sich folgendes Ereignis. Man befand sich im Berliner Hackbarth’s in Mitte, dem Ort am Eck mit dem langen Tresen und zwar einem der liebsten frei schreibender Journalisten der Stadt – gerade durch die frühen Öffnungszeiten und die damit zugestandene Befugnis, an einem Sonntag bereits um 14 Uhr einen »Work Drink« zu schlürfen. Macht die Schreibschaft am Nachbarstisch doch auch. Dort bestellt man einen Martini und die Bedienung fragt, ob »rosso« oder »bianco«. Die Dauer, bis das Missverständnis geklärt ist, dass es sich nicht um einen Shot des süßlichen Wermuts, sondern um den Drink handelt, scheint end-, aber nicht sinnlos.

Weiterlesen

Werbung