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Dass Balsamessig auch Balsam für die Seele sein kann, hat die Blindverkostung der gereiften Essige bewiesen. Die Falstaff-Jury konnte sich an einigen Essig-Schätzen, vor allem von heimischen Produzenten, erfreuen. So macht Testen wirklich Spaß – allerdings ist es ein teurer, denn die jahrelang gereiften Balsamessige kommen mitunter auf einen Literpreis von rund eintausend Euro.
Mittlerweile fehlt in fast keinem Haushalt der italienische »Aceto Balsamico di Modena«. Dementsprechend groß ist das Angebot in den heimischen Supermärkten. Zwar ist es eine geschützte geografische Bezeichnung, die Vorgaben sind aber so weit gefasst, dass ein relativ großer Gestaltungsspielraum zugelassen wird. So ist lediglich eine Reifezeit von mindestens sechzig Tagen vorgeschrieben. Eine Zeitspanne, in der ein Essig keinesfalls zähflüssig werden kann. Um eine solche Konsistenz auf natürliche Weise zu erzeugen, benötigt man eine Fasslagerung von mindestens zehn Jahren. Eine lange Zeit und vor allem kostspielig, weshalb die Versuchung für die Industrie leider relativ groß ist, sich an Hilfsmitteln – wie Zuckercouleur, Karamell oder Verdickungsmittel – zu bedienen.
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