Echt oder eine Fälschung? Der Falstaff gibt Tipps.

Falstaff-Tipps: So erkennen Sie Wein-Fälschungen

Anne Krebiehl MW, 23.05.2017

Bei Weinfälschungen ist es wie bei einem Katz-und-Maus-Spiel: Ist der eine Betrüger aufgeflogen, geht das finstere Treiben andernorts weiter. Im Fokus stehen dabei nicht nur Raritäten. Und die Fakes werden immer raffinierter.

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Der Skandal war groß, Reportagen wurden gedreht, Schlagzeilen gingen um die Welt: Der Betrüger sitzt hinter Gittern und seine Fälschungen wurden zerstört. Die Verurteilung des Jahrhundertfälschers Rudy Kurniawan war für viele eine Entwarnung – der Bösewicht ist im Knast, und alles ist wieder gut (Falstaff berichtete ausführlich über den Fall). Dass aber nur ein Bruchteil seiner Betrugsware aus dem Verkehr gezogen wurde, wissen die wenigsten. Hunderte seiner Flaschen sind noch im Umlauf und tummeln sich in der oft halb-seidenen Welt der Sekundärmärkte. Darauf macht Maureen Downey aufmerksam, sie ist die Expertin in Sachen Weinauthentifizierung schlechthin und assistierte den US-Behörden bei der Überführung Kurniawans. »Wer auch immer in der Weinbranche denkt, Weinbetrug ginge ihn nichts an, irrt sich gewaltig«, warnt Downey. Bei Weinbetrug handle es sich keineswegs nur um Fälschereien teurer Sammlerflaschen, meint sie, und zählt eine Menge weiterer Delikte auf: absichtliches Vertauschen von Flaschen in Lager und Transit, Versicherungsbetrug, illegale Ein- und Ausfuhr, betrügerische Subskriptionskäufe. Für Letztere kann als Paradebeispiel der Kalifornier John Fox gelten, der sich seinen extravaganten Lebensstil mit dem Verkauf falscher Futures durch seine Firma »Premier Cru« finanzierte und im vergangenen Dezember zu einer sechseinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

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