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Giacomo Girolamo Casanova hat seinen Lebensabend in Dux in Nordböhmen verbracht. In dieses Dörfchen hatte es den wohl berühmtesten Verführer aller Zeiten wider Willen verschlagen. Venedig, seine geliebte Heimatstadt, hatte er – wie schon so oft – fluchtartig verlassen müssen. Doch dieses Mal war es für immer. Er hastete nach Wien, dann nach Prag und Dresden, um kurze Zeit später wieder nach Wien zurückzukehren. Dort hoffte er, Arbeit zu finden. Vergeblich. Als ihm Graf Joseph Karl von Waldstein schließlich anbot, er könne auf Schloss Dux sein Bibliothekar werden, nahm er die Stelle zähneknirschend an. Was folgte, waren Jahre, geprägt von Langeweile, Isolation und dauernden Querelen mit dem Schlosspersonal. Um seinem tristen Alltag zu entkommen, begann der einstige Lebemann, seine Memoiren zu verfassen. Und diese Arbeit verschaffte ihm die ersehnte Ablenkung: »Indem ich mir die genossenen Freuden ins Gedächtnis zurückrufe, erneuere ich sie und genieße ihrer zum zweiten Mal. Der Leiden aber, die ich ausgestanden habe und jetzt nicht mehr fühle, ihrer lache ich.«
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