Schon mit 19 Jahren in Wiesbadens »Ente« Herr über eine Weinkarte mit 1400 Positionen, heute Strippenzieher im Hintergrund: Ralf Frenzel.

Im Dienst des Genusses: Ralf Frenzel im Portrait

Ulrich Sautter, 20.02.2024

Ralf Frenzel ist mit dem Magazin »FINE« nicht nur Falstaff-Mitbewerber, sondern hat in den 45 Jahren seiner bisherigen Karriere in Dutzenden Kontexten von Wein und Kulinarik Spuren hinterlassen. Seit zwei Jahren ist er auch Mehrheitsgesellschafter bei den Weingütern Wegeler.

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Ralf Franzel war 15, als ihn nichts mehr zu Hause hielt: Er wollte raus aus den ärmlichen Verhältnissen im Hunsrück, nur weg von der freudlosen Maloche im Restaurant des Stiefvaters. Raus, raus, einfach nur raus. Nur wohin? In Bad Ems im »Staatlichen Kurhaus« gab es eine Lehrstelle als Koch. Als Frenzel am ersten Morgen antrat, hieß es: Komm in einer Stunde wieder. In den Auslagen eines nahen Kiosks fiel dem Jugendlichen eine Zeitschrift namens Der Feinschmecker ins Auge. »Da standen Geschichten drin über Burgunderweine und namhafte Köche«, erinnert sich Frenzel noch 45 Jahre später. Er kramte seine Münzen zusammen, um das Magazin zu kaufen. Beim Lesen begann er zu verstehen, was ihm in der Lehre bevorstehen könnte: Denn am Herd in Bad Ems stand ein Chefkoch alter Schule, der seinen Escoffier gelesen hatte und – das »Kurhaus« hatte zu dieser Zeit Ambitionen – über eine Brigade von 40 Personen gebot.

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