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Blickt man auf 260 Jahre zurück, hat man einiges zu erzählen. Maximilian Riedel, Chef des Kufsteiner Familienunternehmens Riedel Glas, macht das aber gerne. Der 40-jährige Geschäftsführer des Glasimperiums ist der Elfte einer langen Ahnenreihe an der Unternehmensspitze, und über die Riedelstory, die ihre Anfänge in Böhmen während der Habsburger Monarchie nahm und mit zahlreichen Höhen und Tiefen aufwartet, weiß er Bescheid. Seit nunmehr 60 Jahren hat die Glasdynastie in Kufstein ihre Homebase. Diese Familien- und Firmengeschichte, Entwicklung und Tradition sind auf dem Hüttengelände permanent präsent und werden auch geschickt inszeniert: im kleinen Museum, im Geschenkeshop oder im großen Innenhof des Firmengeländes. Hier wurde zum 250. Unternehmensjubiläum eine riesige Glaspyramide errichtet, unter der seit dem Vorjahr eine nicht minder eindrucksvolle Kugel baumelt, die rundum mit 1500 Weingläsern besetzt ist. Dieser riesige Glasbehang spiegelt sich an der glatten Wasseroberfläche des Brunnens darunter wider. Installation und Spiegelung erinnern dabei entfernt an Makrofotografien von Viren. Ein ungewollter Zufall? Höchstwahrscheinlich. Aber irgendwie passt es auch wieder, denn bei Riedel infiziert man sich mit dem Glasvirus. Maximilian Riedel kennt das Glasgeschäft jedenfalls aus dem Effeff. Einerseits als vielreisender Businessmann, der seit nunmehr fast 20 Jahren eine gesunde Expansion des Unternehmens, in Übersee und Asien, vorantreibt und mittlerweile die Firmengeschicke leitet. Andererseits aber auch als Kreativkopf und Gestalter, der selbst Gläser und Dekanter entwirft. Grund genug zu fragen, wie denn so ein Arbeitstag üblicherweise abläuft.
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