Glasklarer Besuch. Maximilian Riedel führt das Familien­unternehmen Riedel Glas. Er macht das bereits in elfter Generation. MAN’S WORLD hat ihn in Kufstein besucht. 

Interview: Im Glas-Imperium

Manfred Gram, 10.02.2018

Maximilian Riedel leitet das Tiroler Glasunternehmen in elfter Generation. MAN’S WORLD traf den Firmenchef in Kufstein und erlebte eine abwechslungsreiche ­Agenda im Business-Alltag des smarten Managers.

Werbung

Blickt man auf 260 Jahre zurück, hat man einiges zu erzählen. ­Maximilian Riedel, Chef des ­Kufsteiner Familienunternehmens Riedel Glas, macht das aber ­gerne. Der 40-jährige Geschäftsführer des Glasimperiums ist der ­Elfte einer langen Ahnenreihe an der Unternehmensspitze, und über die Riedelstory, die ihre Anfänge in Böhmen während der Habsburger Monarchie nahm und mit zahlreichen Höhen und Tiefen aufwartet, weiß er Bescheid. Seit nunmehr 60 Jahren hat die Glasdynastie in Kufstein ihre Homebase. Diese Familien- und Firmengeschichte, Entwicklung und Tradition sind auf dem Hüttengelände permanent präsent und werden auch geschickt ­inszeniert: im kleinen Museum, im Geschenkeshop oder im großen ­Innenhof des Firmenge­ländes. Hier wurde zum 250. Unternehmens­jubiläum eine riesige Glaspyramide errichtet, ­unter der seit dem Vorjahr eine nicht minder ­eindrucksvolle Kugel baumelt, die rundum mit 1500 Weingläsern besetzt ist. Dieser riesige Glasbehang spiegelt sich an der glatten Wasseroberfläche des Brunnens darunter wider. Installation und Spiegelung erinnern dabei entfernt an ­Makrofotografien von Viren. Ein ungewollter Zufall? Höchstwahrscheinlich. Aber irgendwie passt es auch wieder, denn bei Riedel infiziert man sich mit dem Glasvirus. Maximilian Riedel kennt das Glasgeschäft ­jedenfalls aus dem Effeff. Einerseits als viel­reisender Businessmann, der seit nunmehr fast 20 Jahren eine gesunde Expansion des Unternehmens, in Übersee und Asien, vorantreibt und mittlerweile die Firmengeschicke leitet. Andererseits aber auch als Kreativkopf und Gestalter, der selbst Gläser und Dekanter entwirft. Grund genug zu fragen, wie denn so ein Arbeitstag ­üblicherweise abläuft.

Weiterlesen

Werbung