Seit nunmehr 15 Jahren baut der friulanische Winzer Joško Gravner seinen Wein in tönernen Amphoren aus, die direkt in der Erde vergraben sind.

Joško Gravner: Der Extremist im Portrait

Othmar Kiem, 06.04.2020

Im äußersten Osten des Friaul ging Joško Gravner immer schon seinen ganz eigenen Weg. Er ist quasi der Erfinder der Natural Wines.

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1996 vernichtete Hagelschlag beinahe die gesamte Weißweinernte Gravners, mickrige vier Barriques waren die Ausbeute. Also machte der Friulaner aus der Not eine Tugend und verarbeitete zwei Barriques wie gewohnt ohne Schalen, die zwei anderen wurden hingegen wie Rotwein mitsamt den Schalen vergoren. Das Ergebnis war so ermunternd, dass Gravner im Jahr darauf sämtliche Weißweine mit Schale verarbei­tete. Doch Joško war noch nicht restlos zufrieden. Denn die dünnschaligen Chardonnay- und Sauvignon-Trauben eigneten sich nur bedingt zur Mazeration, also jenem Prozess, bei dem die Inhaltsstoffe der ausgepressten Schalen vom Wein aufgenommen werden. Besser ging das schon mit der lokalen Sorte Ribolla Gialla.

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