Der »Mr. Leberkas«: Christoph Baur

Oberösterreicher lieben Leberkäse

Bernhard Degen, 01.09.2016

In Oberösterreich rangiert der Qualitäts­leberkäs weit vor Burger und Kebab. Produzenten wie
der »Leberkas-Pepi« missionieren jedoch inzwischen das ganze Land.

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Nach einer Lokaltour finden Linzer nur selten den direkten Weg nach Hause. Fast magisch werden sie vom legendären Imbiss »Leberkas-Pepi« angezogen. Die Geschichte des beliebten Snacks hat allerdings im benachbarten Bayern ihren Ursprung. Als die bayerische Linie der Wittelsbacher 1777 ausstarb, fiel Bayern an Kurfürst Carl Theodor, der seine Residenz von Mannheim nach München verlegte. Nur widerwillig trat der Kurpfälzer diesen Umzug an und versüßte sich den Ortswechsel, indem er den Hofmetzger in seine Entourage einschloss. Dieser kreierte aus Schweine- und Rindfleisch sowie entsprechender Würze den ersten Leberkäse. Die Bestandteile des Imbiss-Klassikers, der so lange im Ofen ge­backen wird, bis sich an der Oberfläche eine knusprige Rinde bildet, sind auch heute noch dieselben. Der Name Leberkäse bezieht sich auf den Umstand, dass bis in die 1970er-Jahre Leber dem Brät beigemengt wurde. Der zweite Wortteil bezieht sich nicht auf das Milchprodukt, sondern auf das altbayerische Wort »Kas«, das für eine kompakte Masse steht – wie zum Beispiel aus gekuttertem Schweine- und Rindfleisch. Die Rezeptur des kurpfälzischen Metzgers erfreute sich rasch steigender Beliebtheit und sollte als positivste Tat des unbeliebten Kurfürsten in Erinnerung bleiben. Von Bayern war es nicht weit nach Oberösterreich, wo der Leberkäse ebenso regen Anklang fand. Diese Beliebtheit ist bis heute ungebrochen – das beweist auch der »Leberkas-Pepi« in der Linzer Innenstadt. Der legendäre Imbiss ist nicht nur Fixpunkt für Linzer Nachtschwärmer, sondern auch für Leberkäse-Freunde, die tagsüber der Hunger überkommt. Das Stammhaus gibt es mittlerweile seit etwa einem Vierteljahrhundert.

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