Werbung
Regionalküche schön und gut, aber das Prinzip dahinter kann auch limitieren. Chauvinismus am Teller? Nicht mit Juan Amador. Er ist ein Kosmopolit am Herd. Die Dekonstruktion heimischer Gerichte hat er als exzellenter Küchenhandwerker etwa bei »Des Kaisers Schmarren« natürlich im kleinen Finger. Aber wer die weltbesten Produkte – Miéral Taube oder Blauflossen Thunfisch von Balfegó bis zum Wildfang Carabinero – auf ein neues Level gehoben erleben will, ist in Grinzing goldrichtig. Womit sich auch der Preis Superlativ erklärt, der für das mit Tapas und »pequeñas locuras« (= verrückte Petit Fours) umrahmte Menü aufgerufen wird. Dass der Schalk den Austro-Spanier nicht verlassen hat, zeigt sich spätestens bei Desserts wie dem »Legolatius«, dessen Form die witzige Bezeichnung bereits vorwegnimmt. Und wer mit Blick auf den Wieninger’schen Weinkeller speist, hat natürlich auch bei der flüssigen Oberliga die Qual der Wahl: 1.000 Positionen umfasst die bestens gepflegte Weinkarte. Diese Kombination sollte, nein, muss man als Gourmet gesehen haben!
Werbung