Blaues Wasser und grüne Reben: Die Provence verfügt über Weinberge in Sichtweite des Meers.

Riviera-Weine: Ein wohlgehütetes Geheimnis

Ulrich Sautter, 02.07.2018

Wer an die Côte d’Azur denkt, denkt an Pastis und Rosé aus der Provence. Doch unweit der Riviera wachsen auch ausgezeichnete Weißweine.

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Wer an der Côte d’Azur in eines der namhaften Strandlokale einkehrt, tut gut daran, sich die Weinkarte etwas genauer anzusehen. Denn was wenige wissen: In der Provence wachsen charaktervolle Weißweine von ausgezeichneter Qualität. Oft verbergen sie sich hinter unbekannten AOC-Namen wie »Palette« und »Cassis«, oder sie tragen gar Landwein-Bezeichnungen wie »Alpilles« oder »Bouches du Rhône« auf dem Etikett. Dass diese Weine so gut sind, hat mehrere Gründe. Einer von ihnen ist der Mistral. Dieser aus Nordwesten über die Hügel der Provence streichende kalte Fallwind kann selbst im Hochsommer immer wieder für knackige Abkühlung sorgen. Weiße Trauben profitieren ganz besonders davon: Zum einen hält der Wind die Trauben lange gesund – was die Provence übrigens auch zu einem Eldorado für Bio-Winzer macht. Zum anderen fördern die Temperaturunterschiede die Aromenbildung – und helfen, die Frische der Frucht zu bewahren. Ein weiterer Faktor für die Qualität ist die lang zurückreichende Weinbaugeschichte der Region: Phokäer, Griechen, Römer, Gallier – alle haben in der Provence ihre weinbaulichen Spuren hinterlassen. Eine große Sortenvielfalt ist die Folge – und die Winzer nützen sie, um Komplexität ins Glas zu bringen. Dabei können die Assemblagen je nach den Gegebenheiten in den Weinbergen sehr unterschiedlich ausfallen. Die wichtig-sten Weißweintrauben sind Clairette, Bourboulenc, Marsanne und Roussanne, aber auch Rolle (der Vermentino Sardiniens), Grenache Blanc, Sémillon, Ugni Blanc, und sogar Muskatellerspielarten kommen vor.

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