Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde das Potenzial der Region Carnuntum nicht wahrgenommen. Heute ist es Niederösterreichs Rotweinjuwel.

Rotweinwunder Carnuntum

Peter Moser, 12.10.2017

Die Weinbauregion im Osten Wiens hat sich zu einer wahren Schatzkammer für Rotweinliebhaber entwickelt. Chronologie eines Aufschwungs.

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Regelmäßige Besucher der alljährlichen Falstaff-Rotweingala in der Wiener Hofburg kennen das Procedere. Wann immer ein Vertreter der Carnuntum-Winzergemeinschaft zur Verleihung einer Urkunde auf die Bühne gebeten wird, folgt stets besonders lauter Applaus. Und das kommt sehr regelmäßig vor, denn keine Sortengruppe ist vor den Carnuntesen sicher. Das spezielle Kleinklima und recht unterschiedliche Bodenbedingungen erlauben es, bei allen in Österreich vertretenen roten Rebsorten Spitzenergebnisse zu erreichen. Die rund 900 Hektar Weingärten der Re­gion, von denen die meisten lange Zeit im Nebenerwerb bewirtschaftet wurden, verteilen sich von den Ausläufern des Leithabergs bis hin zu den Hainburger Bergen an der Grenze zur Slowakei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag der Weinbau in Carnuntum darnieder, viele Familien stellten ihn zugunsten des Ackerbaus ein, der ein besseres Einkommen versprach. In Prellenkirchen wurde eine Genossenschaft gegründet, um die verbleibenden Trauben verarbeiten zu können, viel war damit nicht zu verdienen. Die Gegend war eher bekannt für ihre preisgünstigen Weißweine und ihre oftmals urigen Heurigenbetriebe.

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