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Erich Wassicek, Betreiber der »Halbestadt Bar« in Wien, zählt zu den erfahrenen Beobachtern der Szene und ihrer Entdeckerfreude: »Rum gehört zur Bar. Er ist nie Trend, sondern immer schon präsent. Eine wachsende Zahl von Messen und Verkostungen sorgt dafür, dass Rum endlich in die Breite geht. Junge Konsumenten suchen nach leichten und gefälligen Qualitäten. Aber für fortgeschrittene Konsumenten gibt es ein erweitertes Geschmacksbild. Kantiger, charaktervoller.« Das Bedürfnis nach Rum wächst. Als Christoph Columbus im 15. Jahrhundert auf große Fahrt in die Karibik aufbricht, kennt er das Bedürfnis der Europäer nach Süße. Rasch erkennt er, dass die Böden und das Klima der Karibik ideal für Zuckerrohr geeignet sind, von dem er einige Pflanzen mit an Bord hat und das ursprünglich aus Ostasien stammt. Ab 1501 gelingt die Aufzucht der wertvollen Kulturpflanze. Im 17. Jahrhundert setzt sich Zuckerrohr, insbesondere in Form des Nebenprodukts Melasse, auch als Destillat durch. In Reisetagebüchern jener Tage beschreibt Sir Henry Colt die Bewohner von Barbados als »Genießer von Feuerwasser und sehr gut im Brennen dieses Getränks« – aguardiente de caña. Um 1650 findet der Begriff »Rum« Eintrag in Handelsunterlagen und anderen Aufzeichnungen. Wahrscheinlich angelehnt an »Rumbullion«, was »Aufruhr« bedeutet und das Aufbegehren mutig-berauschter Sklaven gegen die furchtbaren Arbeits- und Lebensbedingungen meint. Der Dreieckshandel zwischen Amerika, Afrika und Europa nötigt einen Strom von Sklaven als unfreiwillige und billige Arbeitskräfte in die Hitze der Plantagen.
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