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Die Durststrecke war lang, kalt und finster, und jedes Frühjahr wieder jubiliert die Psyche, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Haut küssen, das Vogelgezwitscher in der Früh die Ohren erfreut und es abends länger hell ist. Doch ausgerechnet dann passiert etwas Seltsames. Eine bleierne Erschöpfung macht sich jedes Jahr aufs Neue vollkommen überraschend breit, manchmal begleitet von Kopfschmerzen, Gähnattacken oder dem Gefühl, mit Blei auf den Lidern in die Welt schauen zu müssen. Als Frühjahrsmüdigkeit wird dieser alljährlich wiederkehrende Zustand bezeichnet, der in einem totalen Kontrast zur erwachenden Natur steht. Laut einer deutschen Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2017 spüren 39 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer diese Abgeschlagenheit.
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