Hans Neuner - Chefkoch im Restaurant »Ocean« im Vila Vita Parc

Starkoch Hans Neuner im Interview

Bernhard Degen, 07.03.2017

Der Wahl-Portugiese mit Tiroler Wurzeln begeisterte mit einem raffinierten Menü beim Kick-Off-Dinner zu den Nespresso Gourmet Weeks.

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Als Hans Neuner im beliebten TV-Format »Kitchen Impossible« seinen Herausforderer Tim Mälzer besiegte, hat er auch im deutschsprachigen Raum enorm an Popularität gewonnen. In Portugal ist der gebürtige Tiroler schon längst ein Star. Er ist einer von nur drei Köchen des Landes, die mit zwei Michelin-Sternen dekoriert sind und wurde in den Jahren 2009 und 2012 zum portugiesischen Koch des Jahres gewählt. Auf Einladung von Nespresso kam Neuner als Gastkoch ins »57 Restaurant« im 57. Stockwerk des Hotel Meliá Vienna um ein fulminantes Menü auf die Teller zu zaubern. Dieses Dinner über den Dächern von Wien war ein Vorgeschmack auf die Nespresso Gourmet Weeks, die von 10. März bis 9. April in ausgewählten Spitzenrestaurants in ganz Österreich stattfinden. Falstaff nutzte die Gelegenheit und traf Hans Neuner zum Interview: FALSTAFF: Während Ihres Werdegangs haben Sie in berühmten Restaurants wie im »Calton« in St. Moritz, im Londoner »Dorchester«, im »Tristan« auf Mallorca, im »Adlon« in Berlin sowie im Hamburger »Süllberg« gekocht. Was hat Sie am meisten geprägt? HANS NEUNER: Man nimmt von jedem etwas mit und macht sich seinen eigenen Stiefel daraus. Man saugt alles auf. Am längsten habe ich mit Karlheinz (Anm.: Hauser – »Adlon«, »Süllberg«) zusammengearbeitet, von ihm habe ich vermutlich am meisten gelernt. Haben Sie im Moment ein Lieblingsgericht, also eines das Sie am liebsten zubereiten? Nein, ich freue mich generell, wenn ich kochen kann. Etwas Neues macht mir aber mehr Spaß. Beim Nespresso-Dinner habe ich beispielsweise die besten Gerichte aus dem vergangenen Jahr gekocht. Wie wichtig ist Ihnen die Weinbegleitung? Beziehen Sie Wein schon bei der Rezeptentwicklung ein? Wein ist sehr wichtig, oft geht ein Gericht zusammen mit Wein in die Luft! Aber ich vertraue da meinem Sommelier, passende Weine können eine Speise anheben. Sie verwenden hauptsächlich regionale Zutaten von der Algarve, haben Sie ein bestimmtes Produkt, mit dem Sie besonders gerne arbeiten? Da gibt es einige, aber wenn Entenmuscheln Saison haben, dann ist das schon eine besondere Freude. Gibt es etwas, das Sie nie kochen würden? Grundsätzlich kann ich nichts kochen, was mir nicht schmeckt. Ich brauche beispielsweise kein Ziegenaugapfel-Risotto. Ich muss mit meiner Küche nicht schockieren. Gibt es aktuelle Trends, die Sie in Ihrer Küche berücksichtigen? Wir wollen keinen Trends hinterherlaufen, wir wollen unser eigenes Ding machen. An der Algarve gibt es großartiges Gemüse, mit dem kochen wir gern. Aber ich brauch' jetzt keine Butter in den Boden eingraben, wie das andere machen. Die Küche soll authentisch ins Land passen. In meinem Fall ist das eine austro-portugiesische Mischung. Beobachten Sie aus der Ferne die österreichische Gastroszene? Nicht explizit, aber man kriegt die Erfolge von Döllerer oder Reitbauer schon mit. Ich bin allerdings schon mit 17 oder 18 aus Österreich weg und habe wenig Berührungspunkte – abgesehen vom Wirtshaus meiner Familie in Tirol.

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