Seine ersten beiden Lebensjahre verbringt der Vintage Port im Holzfass – wie hier bei Quinta do Noval. 

Vintage Port 2015 & 2016: Zwei Jahre zum Feiern

Peter Moser, 07.01.2019

Die Jahrgänge 2015 und 2016 haben den Erzeugern von Vintage Port volle Keller beschert. Dabei präsentieren sich die Weine als ungleiche Geschwister. Falstaff hat sich durch das Angebot gekostet.

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Um das Thema Vintage Ports besser zu verstehen, zunächst Grundsätzliches: Gemessen an den holzgereiften Port­weinen ist das Segment der flaschengereiften Vintage Ports eher klein. Für viele handelt sich dabei aber um den unangefochtenen König in der Kategorie der fortifizierten Weine. Diese lässt sich heute in drei Gruppen einteilen. Der klassische Vintage Port trägt, wie der Name nahelegt, immer einen Jahrgang. Die Trauben stammen ausschließlich aus einem sehr guten bis herausragenden Jahrgang, der Wein muss verpflichtend im Zeitraum vom 1. Juli des zweiten Jahres bis zum 30. Juni des dritten Jahres auf die Flasche gefüllt werden. Der gesamte Herstellungsprozess wird vom Portweininstitut IVP genau überwacht, jeder auf Flasche gefüllte Wein trägt ein Garantiesiegel dieser Behörde unter der Metallkapsel. Einmal abgefüllt, sollte man sich allerdings noch einige Jahre gedulden, bevor man die Flasche öffnet. Zehn Jahre gelten als Minimum, für Spitzenwein sollte man eher zwanzig Jahre bis zur ersten Trinkreife veranschlagen. Nur in wirklich guten Jahren »erklären« alle Erzeuger ohne Ausnahme einen Vintage-Jahrgang, manchmal ist man sich, wie zuletzt im Jahr 2015, uneinig, und manchmal sind die Voraussetzungen für einen Vintage Port von vornherein nicht gegeben. In sehr guten, aber nicht in ihrer Gänze ausgezeichneten Jahrgängen bringen manche Produzenten Vintage Ports heraus, die man auch als »Single Quinta«-Vintages bezeichnet, weil hier der Grundwein von einem einzigen Weingut mit besonders bevorzugten Lagen stammt.

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