Den Preis des »Weines des Abends« holte sich in beeindruckender Manier Château Mouton-Rothschild 1982.

Weihnachtliche Raritäten 2017

Peter Moser, 17.01.2018

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen lud Falstaff-Herausgeber Wolfgang M. Rosam zur alljährlichen Panel-Degustation mit ausgesuchten Raritäten aus Bordeaux und Burgund. Eine vierzehnköpfige Kennerrunde durfte aus einem herausragenden Kreis von Spitzenweinen ihre Favoriten zu küren.

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Alleine die Reihenfolge der präsentierten Jahrgänge verhieß einen denkwürdigen Abend, vorgestellt wurden Bordelaiser Edelkreszenzen aus den Jahren 1945 bis 1990. In blinder Verkostung trafen stets zwei Legenden aufeinander, die Juroren hatten die überaus delikate Aufgabe jeweils einem der beiden Kandidaten ihren Vorzug zu geben. Nach dem Aperitif mit Champagne Dom Perignon 2006 und Hirtzberger Riesling Smaragd Ried Singerriedel 2015 wurde die Probe vom Jahrgang 1945 eröffnet. Die erlesene Ouverture bot eine Flasche Mouton-Rothschild 1945 (Flaschen-Nr. 44.200), eine der wenigen noch erhaltenen Originalbouteillen dieses sagenumwobenen Weines aus den Tagen des Kriegsendes. Ein sehr später Frost in der Nacht des 2. Mai hatte die spätere Ernte sehr konzentriert und limitiert ausfallen lassen, nach einem heißen Sommer und kühlen Augustnächten konnte die Ernte – ähnlich wie 1982 – recht früh beginnen. Gute Weine gab es auf beiden Seiten der Gironde, die besten im Médoc. Die Legende des Jahrgangs schlechthin: Mouton-Rothschild, von dem heute fast nur mehr gefälschte Weine im Umlauf sind, die im besten Fall an Martha’s Vineyard von Joe Heitz im Napa Valley erinnern. Unnachahmlich ist jedoch die Aromatik des Originals und diese brachte der präsentierte Weine ganz ohne Zweifel mit. Ein Bukett das an Florentiner und Aranzini erinnert. Allerdings zeigte der über 70 Jahre alte Mouton bereits deutlich sein Alter. Schon die helle, dezent getrübte Farbe ließ erahnen, dass man es mit einer Weinantiquität zu tun hat. Dieser Wein war in Würde ergraut und vermittelte dennoch noch einiges von seiner einstigen Kraft und Extraktsüße. Interessant zu verkosten, aber nicht mehr zu bewerten.

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