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Nordisch, mystisch, melancholisch, urtümlich und gleichsam natürlich – das gilt auf der schottischen Insel Islay für Landschaft und Menschen gleichermaßen. Das Lordship of the Isles, das im 14. Jahrhundert von der Isle of Man bis nach Orknay reichte, hatte hier seinen Sitz. Die südlichste der Hebrideninseln kommt auf gerade mal 40 Kilometer Länge und ist gut halb so breit. Die rund 4000 Einwohner leben großteils auf die wenigen Orte verteilt, deren Straßen nach streng geometrischem Muster angeordnet sind. Umso weniger gerade stehen auf den Feldern die nachhaltig windgekrümmten Bäume und mäandern die steinernen Mauern als Grenzen zwischen Feldern und Mooren. Weite, bräunlich-rötlich schimmernde Ebenen, auf denen Erika und Myrte blühen, bestimmen die Insel, dann wieder wuchern üppig Rhododendren, in manchen Gärten wachsen sogar Palmen. Schmale, romantische Straßen führen an weiß strahlenden Häusern mit bunt gestrichenen Fensterrahmen vorbei. An den Hängen der Hügel mit immerhin bis zu 500 Meter Höhe sättigt sich das Regenwasser mit Mineralien, Salzen und Torferde.
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