Lange bevor Argentinien als Staat existierte, wanderten die Rinderherden frei herum, ohne feste Weiden und Zäune.

Wie sich Argentiniens Geschichte am Rind erzählen lässt

Philipp Laage, 26.05.2025

Das Rindfleisch ist der Stolz Argentiniens. Einst beförderte es den wirtschaftlichen Aufstieg zu einem der reichsten Länder der Welt. Doch es steht auch für verpasste Chancen, die in den langsamen Niedergang führten. Die Geschichte der Rinderzucht führt tief hinein ins Schicksal und in die Seele Argentiniens.

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Der Gaucho war ein rau­beiniger Zeitgenosse mit einem schlechten Ruf. Neben Hut und Poncho trug er stets ein Messer bei sich und galt als Herumtreiber, der Recht im Zweifel mit Gewalt durchsetzte, seine Frau verprügelte und ein kärgliches, aber freies Leben außerhalb der Gesellschaft führte. Sein Zuhause war die Pampa, jene riesige, baumlose, fruchtbare Graslandschaft, die sich in einem weiten Bogen um den Río de la Plata ausdehnt und Argentinien zu einem der wohlhabendsten Länder der Erde machen sollte.

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