Christoph Neumeister aus Straden im Vulkanland Steiermark ist neuer Winzer des Jahres.*

Winzer des Jahres: Christoph Neumeister im Portrait

Peter Moser, 02.08.2019

Der Steirer begeistert Weinkenner im In- und Ausland mit seinen unverwechselbaren Weißweinen. Falstaff zeichnet ihn als »Winzer des Jahres 2019« aus.

Werbung

Das moderne Weingut Neumeister ist so gebaut, dass man die Gesetze der Schwerkraft optimal einsetzen kann. Auf unspektakuläre Weise wurde es in einen Hang integriert, und der Besucher betritt es von oben und arbeitet sich zum fertigen Wein nach unten durch, geht damit den gleichen Weg wie die Trauben. Es erwarten ihn ebenso außergewöhnliche Weine wie ein ungewöhnliches Interieur. Innenarchitekt Andreas Burghardt bereicherte den Hangbau von Werner Schüttmayer mit einer Atmosphäre, die den Wein selbst ins Zentrum des kommunikativen Geschehens rückt. Denn die Trennwände in Verkaufs- und Verkostungsräumen sind aus Abertausenden – leeren, versteht sich – grünen Weinflaschen komponiert. Im Jahr 1998 wurde der Neubau des ­Kellers konzipiert, das war auch das Jahr, in dem Christoph Neumeister nach Hause zurückkehrte, um an der Seite seines Vaters Albert in den Weinbau einzusteigen. »Ich hatte zehn Jahre lang neben meinem Vater die Gelegenheit, unsere Rebflächen in und rund um Straden kennenzulernen. Wir bewirtschaften seither in etwa die gleich groß bleibende Fläche von rund 30 Hektar, der Großteil der Böden ist karg, schottrig und kalkhaltig, insgesamt ist es ein ziemlicher Fleckerlteppich«, erzählt Christoph Neumeister, ehe wir die Verkostung der jüngsten Jahrgänge seiner Weine beginnen. Er hatte die Zeit, sich in den Betrieb einzufühlen und sich einen Plan zur langfristigen Entwicklung des Weinguts zurecht­zulegen. Im Gespräch mit dem Winzer wird schnell klar, dass man einen Menschen mit intellektuellem Tiefgang vor sich hat, der eine Vielzahl an Interessen wie Politik, Musik oder Literatur hat, die eine komplexe Persönlichkeit ausmachen. Er ist ebenso regional verwurzelt – beispielsweise als Obmann der Winzer im Vulkanland – wie weit gereist. Was seine Weine betrifft, so bezeichnet er diese als konservativ: »Meine Weinlinie ist stark von der Gegend hier inspiriert, ich würde sagen, wir sind relativ stur beim Abbilden der Gegebenheiten und immun gegen moderne Stilistik.« Eine abgeklärte Einstellung in einer Welt, in der gerade junge Winzer denken, sie müssten das Rad täglich neu erfinden.

Weiterlesen

Werbung