Wissenschaft: Mit »Don Giovanni« zum Nachtmahl

22.02.2020

Ist unser Appetit auf Schnitzel, Braten, Fisch oder Süßes davon abhängig, was wir vorher gehört oder gesehen haben?

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Essen und Trinken sind für uns so alltäglich, dass wir eigentlich gar nicht mehr überlegen, was uns veranlasst, etwas zu uns zu nehmen, beziehungsweise wann wir welche Mahlzeit bevorzugen. Hunger allein ist es nämlich in den meisten Fällen nicht – Neugier ja, Gewohnheiten ebenso. Viele Faktoren wirken in einem komplexen Steuerungssystem zusammen, das überdies auch von kulturellen Einflüssen bis hin zu Moden – wie etwa den wechselnden Schlankheitsidealen – beeinflusst wird, sagt uns die Ernährungspsychologie. Ob diese Erkenntnisse auch dann anzuwenden sind, wenn man nach dem Besuch einer Oper, eines Theaters oder eines Balletts aus den diversen Speisekarten wählt, bedarf vielleicht am Ende einer eigenen Beobachtung. Offenbar haben neben der Länge des Stückes, das ja dann auch die Uhrzeit der in Folge eingenommenen Mahlzeit bestimmt, auch die Inhalte ihren Einfluss. So ergaben Nachforschungen bei den Klassikern der Wiener Gastronomieszene nach dem Kunst-Besuch – also im Hotel Sacher, dem Hotel Bristol und bei Gerstner –, dass der Küchenchef aus den Bestellungen seiner Gäste ersehen kann, ob diese vorher Richard Wagners »Ring«, ein klassisches Ballett oder ein angesagtes Theaterstück gehört oder gesehen haben.

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